Entsorgung: Die Jugendfeuerwehren der Stadt sammelten am Samstag nach dem Dreikönigsfest ausgediente Weihnachtsbäume ein

In Bensheim haben am Samstag rund 45 Mitglieder der Jugendwehren und Aktive der Feuerwehr die abgeschmückten Christbäume eingesammelt.

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BENSHEIM. Er gehört zum Weihnachtsfest, wie die Geschenke unter ihm: der mit Lichtern und Kugeln geschmückte Christbaum. Doch wohin mit dem zum Teil knapp zwei Meter hohen Blickfang, wenn die Nadeln rieseln? Die Lösung des Problems bieten seit vielen Jahren die Jugendfeuerwehren der Stadt an. Sie entsorgten wieder am Samstag nach dem Dreikönigsfest die Pracht von gestern.

In Bensheim und in allen Stadtteilen schwärmten sie mit Eifer und Tatkraft aus. Allein in Bensheim Mitte packten 45 junge Leute nach einem kräftigen Frühstück im Stützpunkt zu. Die Truppe, unterstützt von den Aktiven der Feuerwehr, verteilte sich auf die elf zur Verfügung gestellten Transporter und suchte einen Straßenzug nach dem nächsten ab. Offensichtlich wissen immer mehr Bürger den kostenlosen Dienst in Anspruch zu nehmen, den viele gern mit einer großzügigen Spende honorierten. Den Eindruck zumindest hatte Steffen Egner, stellvertretender Jugendwart der Feuerwehr Bensheim-Mitte.
Etliche Großeltern und Eltern schauten mit dem für die Feuerwehr noch zu jungen Nachwuchs vorbei, der mit glänzenden Augen einen neugierigen Blick auf den Fuhrpark warf. Einige nutzten die Gunst der Stunde, um sich bei den Aktiven für das Engagement persönlich zu bedanken. „Auch wenn unser Baum noch nicht aufgeladen wurde“, kommentierte der ältere Herr und überreichte einen Briefumschlag. Die finanziellen Belohnungen fließen ausschließlich in die Jugendarbeit. Zwar erbringen die Feuerwehren die Leistung unentgeltlich, bitten jedoch um eine Spende, die unmittelbar dem Nachwuchs im Verein zukommt. Als Treffpunkt und Umschlagplatz diente – wie auch in den vergangenen fünf Jahren – die Bauerei Hörr. Die Transporter wurden hier flott entladen und konnten so schnell die Sammelaktion fortsetzen.
„Wir sind mit 25 Leuten – in kleinen Trupps mit zwei Erwachsenen und drei Jugendlichen – unterwegs“, so der aktive Feuerwehrmann aus Auerbach, der im hohen Bogen das Nadelholz auf den beständig wachsenden Haufen warf. Er war Fahrer im Feuerwehrauto und versicherte: „Natürlich nehmen wir bei der Sammelaktion die jungen Leute in unsere Obhut.“
Am Rande erzählte er von netten Alltagserlebnissen – von Bürgern, die vergessen hatten, den Baum am Straßenrand zu deponieren und – noch verschlafen – in letzter Minute herbeiwuchteten, oder von einer Frau, die ihnen mit einem Welpen auf dem Arm mit einem Spendenumschlag winkend nachlief.
Ein gemeinsames Mittagessen beendete die Sammelaktion. Die Mitwirkenden spürten, welche Anstrengung hinter ihnen lag. Für einige werde dann noch nicht Schluss sein können. „Es gibt immer Nachzügler. Sie rufen in den Unterkünften an und bitten uns, ihren Baum noch zu holen. Natürlich tun wir das“, bekräftigte der freundliche Feuerwehrmann, der sich bereits morgens um 6 Uhr an der Unterkunft um die Transporter gekümmert hatte.
Etliche Leihwagen steuerten Unternehmer und der Bensheimer Bauhof bei. Selbstverständlich saßen die befreundeten Organisationen vor Ort mit im Boot. Das Deutsche Rote Kreuz fuhr mit voll beladenem Anhänger ein. „Wir helfen uns immer gegenseitig“, bekundete der Sanitäter. „Wenn wir Altkleider sammeln, unterstützt uns die Feuerwehr.“
Die edlen Nordmanntannen gingen vor Ort sichtbar in den ökologischen Kreislauf ein. Eine Mannschaft kräftiger junger Burschen fütterte sogleich den Häcksler. Die Maschine lief ohne Unterbrechung und spuckte im hohen Bogen die Mischung aus Holzschnitzeln und Tannen auf einen Anhänger.
„Das Material muss noch trocknen und dann wird es verfeuert“, erklärte Bauer Hörr, der sich seit fünf Jahren in dieser Form am Ablauf beteiligt und den Jugendlichen wieder heißen Orangensaft bereitstellte. moni

© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 13.01.2014