Tag der Feuerwehr: Jubiläum der Jugendwehr im Mittelpunkt / Action und Info in der Fußgängerzone
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Zurückhaltung ist aber fehl am Platz: Alle zwei Jahre setzt sich die Freiwillige Feuerwehr Bensheim-Mitte in der Innenstadt in Szene. Beim „Tag der Feuerwehr“ präsentiert sich die Wehr regelmäßig hautnah am Bürger. Zwischen Storchennest und Hospitalbrunnen gab es am Samstag vier Stunden lang geballte Informationen und knusprige Action zum Zusehen und Mitmachen. Im Zentrum der diesjährigen Veranstaltung stand ganz klar das 50. Jubiläum der Jugendwehr.
Keine Berufsfeuerwehr
Fahrzeuge, Ausrüstung, Mannschaft: In der unteren Hauptstraße zeigte die Wehr starke Präsenz ohne Gefahrenherd. „Wir möchten uns der Bevölkerung präsentieren“, sagt Wehrführer Hans Förg, der mit gut 50 Kameraden in der Innenstadt angerückt ist. Der 25-köpfige Jugendkader war komplett anwesend. Förg betont, dass die Wahrnehmung der Wehr, ihrer Aufgaben und Strukturen nach wie vor verbesserungswürdig ist: „Es gibt noch immer viele, die denken, wir sind eine Berufsfeuerwehr.“
Der Aktionstag ist auch eine Einladung zum Dialog, zum Austausch und Nachfragen bei den Experten, die vor Ort ein facettenreiches Programm angeboten haben. Der spektakuläre Feuerspender, der wenigstens stoßweise für sommerliche Temperaturen gesorgt hat, war ein Feuerlöschtrainer: Ein mobiles Modul, mit dem man verschiedene Entstehungsbrände realitätsnah simulieren und deren Bekämpfung üben kann.
Egal, ob Fettbrand, Spraydosenexplosion oder brennender Papierkorb: Fabio Maftei gibt Gas – nicht nur als Betreuer bei der Jugendwehr. Am Samstag steuerte er die Stichflammen, die von jungen Gästen unter fachkundiger Anleitung gelöscht werden durften. Eine Demonstration, die auch die hohen Anforderungen an die Ausbildung der Mannschaft deutlich machte: „Einfach nur nass machen reicht nicht“, kommentierte ein Gast am Rohr die Tücken der Brandbekämpfung. Von den hitzigen Umständen ganz zu schweigen.
Gemächlicher ging es beim Bootsrennen zu. Die Feuerwehr hatte alles dabei, um am Hospitalbrunnen zwei lange Wasserkanäle aufzubauen, die zahlreiche Kinder anlockten. Wer mit seinem kleinen Segelschiffchen vorne lag, durfte bei einem Ausflug mit der Drehleiter Bensheim von oben genießen.
Natürlich will die Freiwillige Feuerwehr bei dieser Gelegenheit auch Nachwuchs werben. „Die Größe der Jugendabteilung hält sich seit Jahren konstant“, so Hans Förg über die Situation in Mitte. Im Vergleich zu den Kameraden in den Stadtteilen hat man es hier etwas leichter, an junges Blut zu gelangen.
Jugendwart Florian Blumenschein bestätigt dies: Seit 1963 ist die Abteilung der Garant für eine funktionierende Einsatztruppe. Denn der Nachwuchs kommt bei der Feuerwehr fast ausschließlich aus den eigenen Reihen. Quereinsteiger sind echte Raritäten. So wie das Fahrzeug aus dem Geburtsjahr der Jugendwehr, das noch immer im Einsatz ist. Das älteste in der Flotte. Auch das jüngste Mitglied parkte in der Hauptstraße: Ein Löschgruppenfahrzeug im Dienste des hessischen Katastrophenschutzes. Blumenschein erläutert, was junge Einsteiger erwartet: Neben Zeltlagern und Ausflügen werden sie bei der Wehr von Grund auf ausgebildet – und alles ohne Mitgliedsbeitrag. Ein Faible für Technik schadet nichts.
„Wir bieten ein verantwortungsvolles Miteinander, Teamgeist und spielerisches Hineinschnuppern in den Feuerwehralltag“, so der Jugendleiter in der Fußgängerzone, wo gegen Mittag immer mehr Passanten einen Stopp einlegten. Nicht nur wegen des wärmenden Feuers. tr
© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 27.05.2013
