Kameradschaftsabend: Feuerwehr ehrte langjährige Mitglieder / Gäste aus Mohacs im Kolpinghaus

Bensheim. Zu ihrem alljährlichen Kameradschaftsabend hatte die Freiwillige Feuerwehr Bensheim-Mitte am Samstag ins Kolpinghaus eingeladen. Der Wehrführer und Vorsitzende Hans Förg begrüßte zahlreiche Freunde aus den städtischen Feuerwehren mit ihren Familien sowie Vertreter aus den politischen Gremien und Mitglieder weiterer Hilfsorganisationen.
Darunter auch Feuerwehrkameraden aus der Partnerstadt Mohàcs. Förg nutzte die Gelegenheit, um die veränderten Anforderungen im Bereich der Brand- und Hilfeleistungen zu unterstreichen. Im Vergleich zu früher müsse eine gute Wehr heute vielseitiger ausgebildet und reaktionsschneller sein. Neue Aufgaben wie Pandemie-Einsätze machten die Arbeit komplexer und ungleich anspruchsvoller. Hier seien der Feuerwehrverband und die Politik gefordert, die Anforderungen an die Wehrmänner in einem maßvollen Bereich zu halten.
Im Hinblick auf die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehren plädierte Förg für eine aktive Jugendarbeit und eine gesteigerte Mitgliederwerbung. Durch Ganztagsschulen und verkürzte Unterrichtszeiten sei der Terminkalender von Kindern und Jugendlichen derart eng, dass kaum noch Platz für Aktivitäten in Vereinen und ehrenamtlichen Organisationen bleibe.
Darunter habe auch die Feuerwehr spürbar zu leiden. Förg dankte Jugendwart Florian Blumenschein und seinem Stellvertreter Jürgen Ritz für die fruchtbare Zusammenarbeit. Zugführer, Feuerwehrausschuss und alle aktiven Kameraden bezeichnet Förg als gutes Team.
Stadtbrandinspektor Willi Plaschke lobte den guten Ausbildungsstand der Truppe und bezeichnete die Feuerwehr-Mitte als tragende Säule in den städtischen wie auch in den Reihen der kreisweiten Hilfsdienste. Die bislang 230 Einsätze im laufenden Jahr habe die Wehr hervorragend gemeistert.
Bürgermeister Thorsten Herrmann sagte, dass es Aufgabe der Politik sei, die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren zu stärken und auszubauen. Einer aktiven Wehr bleibe letztlich nichts anderes übrig, als sich neuen Herausforderungen und Aufgaben zu stellen und diese bestmöglich zu bewältigen. Dass dabei auch der Arbeitgeber der Ehrenamtlichen mitspielen muss, brauchte Herrmann im Kolpinghaus nicht eigens zu betonen.
Der Feuerwehrdezernent dankte auch der Jugend- sowie der Alters- und Ehrenabteilung, die er als Sockel der aktiven Einsatzabteilung würdigte. Das Thema Nachwuchs hakte Herrmann ab, in dem er ausdrücklich dazu aufrief, die Bensheimer Wehren mindestens durch eine passive Mitgliedschaft zu unterstützen.
Gemeinsam mit Kreisbrandmeister Volker Steiger und Willi Plaschke nahm der Bürgermeister die Ehrung langjähriger Mitglieder vor: Für 25 Jahre im aktiven Dienst erhielt Frank Rzehak das silberne Brandschutzehrenzeichen am Bande. Ein goldenes Ehrenzeichen ging an Wilhelm Götz für dessen 40-jährige Treue zur Bensheimer Feuerwehr. Am Werdegang der beiden Jubilare verdeutlichte Steiger, wie gut und umfassend ein erfahrener Feuerwehrmann ausgebildet sein muss.
Ein Gruß aus Mohács hatte Feuerwehrkommandant Deszö Schwoy mitgebracht. In der ungarischen Partnerstadt wird im nächsten Jahr das 135. Jubiläum der dortigen Wehr gefeiert.
Der Chef lädt die Bensheimer schon heute zu einem Besuch ein. „Vielleicht ist bis dahin auch die Autobahn fertig“, meinte Willi Plaschke verschmitzt. Die Neubaustrecke von Budapest bis Mohács soll 2010 fertiggestellt sein. tr
Bergsträßer Anzeiger
19. Oktober 2009