Tag der offenen Tür: Riesiger Andrang am Stützpunkt in der Robert-Bosch-Straße / Spektakuläre Vorführungen und kulinarisches Großangebot
Bensheim. Laut einer aktuellen Umfrage ist die Feuerwehr die Berufsgruppe, der die Deutschen am meisten vertrauen. Ein Vertrauen, das zwischen 2010 und 2011 nicht nur zugenommen hat, sondern dessen Wert noch vor den Berufsgruppen von Ärzten und Polizei liegt.
Die weit über 1000 Gäste, die am Sonntag zum Tag der offenen Tür zur Freiwilligen Feuerwehr Bensheim gekommen waren, dürften das bestätigen können. Seit der Einweihung des Stützpunktes vor fast 40 Jahren (1972) laden die Bensheimer Brandschützer alljährlich zum Schauen, Informieren und geselligen Beisammensein an die Robert-Bosch-Straße ein und das Interesse der Bevölkerung hat seitdem nicht nachgelassen.
Das hat auch mit einem anderen guten Grund zu tun. An diesem Tag kann die heimische Küche kalt bleiben, denn die Blauröcke sind auch hervorragende Gastgeber.
Mit 450 Bratwürsten, 250 Steaks, 350 Portionen Eintopf, 150 Portionen Gyros, 150 Kilogramm Pommes und rund 50 hausgemachten Kuchenspezialitäten war man bestens vorbereitet. Dennoch ließ es sich nicht vermeiden, dass am frühen Nachmittag das eine oder andere Gericht zur Neige ging.
Tische für 1000 Personen
Für rund 1000 Personen waren in der Fahrzeughalle und davor Tische und Bänke gestellt worden, die sich ab 11 Uhr zum Frühschoppen mit dem Spielmannszug der Heimatvereinigung Oald Bensem zusehends füllten.
Bei sommerlichen Rahmenbedingungen war bis zum frühen Abend reger Betrieb rund um die ausgestellten Fahrzeuge und im „Florianum“ auf der angrenzenden Wiese. Hier war ein Spielparcours aufgebaut und es gab verschiedene Aktionen, die einen Einblick in die Arbeit der Feuerwehr gaben.
Spektakulär waren die Demonstrationen, die in diesem Jahr Brände im privaten Umfeld und im Haushalt als Schwerpunkt hatten. Wenn der Topf auf dem Herd plötzlich Feuer fängt, eine Spraydose explodiert oder es zu einer Staubexplosion kommt, will man das zwar nicht selbst erleben, aber es mal ungefährdet zu sehen, das ist schon interessant. Völlig begeistert sind dann vor allem die kleinen Besucher, wenn eine Gasexplosion demonstriert wird und die Brandschützer mit silbernen Schutzanzügen langsam auf das Feuer zugehen, um es zu bekämpfen.
Von der 67-köpfigen Einsatzabteilung der Bensheimer Wehr waren am Sonntag nahezu alle für die verschiedenen Dienste eingeteilt. Das galt auch für die Brandschützer, die im Ernstfall hätten ausrücken müssen. Das ist beim Tag der offenen Tür nicht ungewöhnlich, aber am Sonntag blieb zum Glück alles ruhig.
Blick von der Drehleiter
Ein Höhepunkt ist jedes Jahr beim Tag der offenen Tür der Blick von der 30 Meter hohen Drehleiter. Da aber die Fahrzeuge der Feuerwehr „kein Spielzeug“ sind, wie Wehrführer Hans Förg meint, ist man dazu übergegangen, diese Aussicht von oben zu verlosen. Insgesamt 45 Personen hatten nach Absolvierung des Spielparcours die Gelegenheit, mit der Drehleiter in 30 Meter Höhe zu fahren.
Wie aussichtslos es ist, in einem verrauchten Raum jemand zu finden, machte eindrucksvoll der Besuch im Rauchzelt deutlich. Wer sich traute, konnte mit einem Feuerwehrmann in das völlig verqualmte Zelt gehen und sehen, dass er nichts sah. Wie man mit entsprechender Ausbildung und Ausrüstung in so einem Fall helfen kann, zeigte anschaulich die Jugendwehr.
Unter den Gästen an der Robert-Bosch-Straße waren am Sonntag auch Abordnungen der Bensheimer Stadtteilwehren sowie der Wehren aus der Umgebung. Auch die befreundeten Brandschützer aus Colmar konnte Stadtbrandinspektor Willi Plaschke begrüßen.
Ebenso willkommen war die Kommunalpolitik. Bürgermeister Thorsten Herrmann erwies der Hilfsorganisation und damit auch dem Ehrenamt die Ehre, ebenso wie die zahlreichen Vertreter des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung. js
Bergsträßer Anzeiger
27. September 2011