Bilanz – Unter anderem Löschhilfe für Feuerwehr Nieder-Liebersbach bei Brand einer Lagerhalle

BENSHEIM. Das Pfingstwochenende war für die Freiwillige Feuerwehr Bensheim-Mitte ausgesprochen arbeitsreich. Schon freitags ging es los, wie die Feuerwehr in einer Pressemitteilung berichtet. Innerhalb kürzester Zeit wurden die Helfer zu zwei Einsätzen gerufen.

Die erste Alarmierung ging um 11.26 Uhr ein. Ein Pkw war – wie berichtet – in der Neckarstraße/Ecke Rodensteinstraße gegen eine Hauswand/Gartenmauer geprallt. Auch ein Parkscheinautomat wurde in Mitleidenschaft gezogen. Durch den Aufprall wurde der Fahrer in seinem Fahrzeug eingeschlossen. Die Einsatzkräfte sicherten die Einsatzstelle ab, befreiten den Fahrer, stellten den Brandschutz sicher und klemmten die Fahrzeugbatterie ab. Der Rettungsdienst übernahm die Versorgung des Fahrers.

Noch an der Unfallstelle gab die Leitstelle einen weiteren Einsatz bekannt. In der Rodensteinstraße befand sich eine verletzte Person in ihrer Wohnung, sie war nicht in der Lage, dem eingetroffenen Rettungsdienst die Wohnungstür selbst zu öffnen. Sofort besetzten die Einsatzkräfte die erforderlichen Fahrzeuge und eilten mit Blaulicht und Martinshorn in die Rodensteinstraße. Dort wurde die Tür mittels Spezialwerkzeug geöffnet. Da der Patient schonend aus der Wohnung in den Rettungswagen gebracht werden musste, wurde die Drehleiter der Feuerwehr zur Rettung eingesetzt.

Am Abend des Pfingstsamstags – die einen wollten noch spazieren gehen, andere hatten es sich schon vor dem Fernseher gemütlich gemacht – ertönten um 20.13 Uhr erneut die Piepser. „F2 – Nachbarschaftliche Löschhilfe in Nieder-Liebersbach“ lautete das Alarmstichwort. Dies bedeutete für die alarmierten Brandschützer aus Bensheim-Mitte und Zell, dass der gemütliche Abend nun so gut wie vorbei war. Angekommen im Stützpunkt in der Robert-Bosch-Straße wurde Rücksprache mit der Leitstelle gehalten. Die Lagerhalle einer Gärtnerei in der Nähe eines Waldes sollte im Vollbrand stehen.

Atemschutzgeräte angefordert

Nach kurzem Austausch hieß es, die Kameraden im Birkenauer Ortsteil Nieder-Liebersbach benötigen einen Löschzug und hauptsächlich Atemschutzgeräteträger sowie Atemschutzgeräte. Zeitgleich trafen auch Stadtbrandinspektor Jens-Peter Karn sowie die Zeller Kameraden mit ihren Fahrzeugen am Stützpunkt ein.

Es wurde beschlossen, nicht nur die Atemschutzgeräte mit dem für den ganzen Kreis Bergstraße zuständigen GW-AS (Gerätewagen Atem- und Strahlenschutz) und das dazugehörige Personal zu stellen, sondern auch mit dem Schlauchwagen „SW2000“ auszurücken, da die Wasserversorgung am Brandobjekt möglicherweise nicht ausreichend sein könnte. Der Schlauchwagen 2000 hätte, falls nötig, zwei Kilometer Schlauchmaterial schnell verlegen können. So besetzten die Brandschützer die benötigten Fahrzeuge und fuhren gemeinsam mit dem TSF-W (Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser) aus Zell im Verband und mit Blaulicht über die Autobahn nach Nieder-Liebersbach.

Als die Brandschützer kurz vor dem Saukopftunnel waren, informierte die Leitstelle über Funk den Zentralisten des Bensheimer Stützpunktes über einen weiteren Einsatz in der Darmstädter Straße. Dort sollte eine Küche brennen. Sofort gab der Zentralist die Meldung, dass wegen des parallelen Einsatzes in Nieder-Liebersbach nun Einsatzkräfte nachalarmiert werden müssten und gab die Meldung nach „Vollalarm“ zu alarmieren. Somit wurden die Kameraden, die bis dahin noch nicht alarmiert waren, zum Stützpunkt gerufen. Diese rückten wenige Minuten später zum Küchenbrand aus.

Währenddessen kam der Verband in Nieder-Liebersbach an und wurde vor Ort eingeteilt. Der GW-AS wurde am lokalen Bauhof abgestellt. Dort übernahm die Besatzung die Ausgabe der Atemschutzgeräte und -flaschen, während das Löschgruppenfahrzeug 10/6 und der Schlauchwagen SW2000 beim Feuerwehrstützpunkt in Nieder-Liebersbach in Bereitschaft gestellt wurden. Die Mannschaft der Fahrzeuge begab sich samt Atemschutzausrüstung an die Einsatzstelle, wo sie die örtlichen Feuerwehren bei der Brandbekämpfung und den Nachlöscharbeiten unterstützten.

Der Küchenbrand in Bensheim entpuppte sich, nachdem das Gebäude und die verqualmte Küche durch die eintreffenden Einsatzkräfte erkundet waren, glücklicherweise schnell als „angebranntes Essen“ im Backofen. Die Brandschützer räumten den Ofen aus und belüfteten die Wohnung sowie das Gebäude. Nach etwa einer halben Stunde war der Einsatz abgeschlossen.

Der Einsatz in Nieder-Liebersbach dauerte für die Bensheimer Wehren allerdings bis in die Morgenstunden des nächsten Tages. Insgesamt wurden 16 Atemschutzflaschen benutzt. Gegen 1.30 Uhr wurden die Bensheimer Einsatzkräfte durch die Kollegen aus Birkenau-Hornbach abgelöst.

Somit konnte die Mannschaft mit allen Fahrzeugen die Fahrt nach Hause antreten. In Bensheim-Mitte angekommen, mussten die Fahrzeuge sowie die Ausrüstung wieder einsatzbereit gemacht werden. Für die Freiwilligen war der Einsatz erst kurz vor 3 Uhr beendet.

Sonntag wieder ein Alarm

Am Pfingstsonntag konnten die Feuerwehrangehörigen erst einmal ausschlafen und den Nachmittag ungestört mit ihren Familien verbringen, ehe sie gegen 18 Uhr zu einem Mülltonnenbrand in die Robert-Bosch-Straße 7 gerufen wurden. Das ist eigentlich die Adresse des Feuerwehrstützpunktes, so dass manch einer dachte, am oder im Stützpunkt würde es brennen. Es stellte sich jedoch heraus, dass auf dem gegenüberliegenden Spielplatz am Kleingartenverein eine Mülltonne nahe einer Hecke in Brand geraten war. Zwar war die Einsatzstelle nur wenige Meter vom Stützpunkt entfernt, trotzdem ist man mit dem Löschgruppenfahrzeug 16/12 ausgerückt, um nicht nur auf Löschmittel, wie beispielsweise die Feuerlöscher, sondern auch auf genügend Löschwasser zugreifen zu können, falls es doch zu einer größeren Brandausbreitung kommen sollte.

Tatsächlich konnten die Einsatzkräfte die Mülltonne mit einem „HiPress“ – einem tragbaren Hochdrucklöscher, gefüllt mit einem Wasser-Schaum-Gemisch – erfolgreich löschen und den Sonntagabend wieder schnell im Kreise ihrer Familien genießen. red

 

© Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 05.06.2021

© Bild: Feuerwehr Bensheim (Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Bensheim-Mitte waren am Pfingstwochenende gleich mehrfach gefordert: Unter anderem halfen sie mit, eine brennende Lagerhalle in Nieder-Liebersbach zu löschen.)

Originalbericht: https://www.bergstraesser-anzeiger.de/orte/bensheim_artikel,-bensheim-fuenf-feuerwehr-einsaetze-an-einem-wochenende-_arid,1805354.html