Kameradschaftsabend: Ehrungen bei der Freiwilligen Feuerwehr Bensheim Mitte
Hans Förg nutzte die Gelegenheit, um die Leistung seiner „Mannschaft“ mit der ihr gebührenden Wertschätzung zu unterstreichen. In diesem Jahr wurde sie besonders in die Pflicht genommen, wie ein Blick in die Statistik verriet. Noch ist 2012 nicht zu Ende, doch schon jetzt sei man häufiger als im Jahr zuvor zu Hilfeleistungen gerufen worden. Bis Ende Dezember werde man die Marke von 300 Einsätzen wohl gut überschreiten.Der Wehrführer verwies auch auf Neuerungen. Man probiere zurzeit die Umstellung auf Digitalfunk aus, der bisher – wie Kreisbrandmeister Volker Steiger bestätigte – durchaus die Kommunikation im Einsatz wesentlich erleichtert habe. Im kommenden Jahr sollen weitreichende Umbaumaßnahmen am Stützpunkt in Angriff genommen werden. Und 2014 wird mit dem Hessentag ein großer Event alle Rettungskräfte in Anspruch nehmen.
Gute Zusammenarbeit
Förg dankte der Stadt für die gute Zusammenarbeit. Sie stelle trotz knapper Haushaltsmittel Gelder bereit und werde mit dem Umbau der Zentrale tief in die Tasche greifen müssen. Doch Förg rechnete die Gegenleistung vor, die seine Mannschaft einbringt. Selbst wenn man nur die Hilfseinsätze zähle und einen äußerst moderaten Stundenlohn zugrunde lege, hätte die Truppe im letzten Jahr 250 000 Euro an unbezahlter Dienstleistung erbracht.
„Die Politik sollte angesichts des ehrenamtlichen Engagements applaudieren“, verwies Bürgermeister Thorsten Herrmann auf die ehrenamtliche Arbeit der Blauröcke, die bares Geld wert sei. Die Feuerwehr schaffe zudem ein Netz an Sicherheit, mit dem die Stadt werben könne. Für ihn sind weder die Anschaffung eines weiteren Einsatzfahrzeuges noch die Umbaupläne der Zentrale an der Robert-Bosch-Straße infrage zu stellen.
Die Stadt habe hier vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen. „Wenn der TÜV gravierende Mängel feststellt, darf es für uns kein Wenn und Aber geben. Sie sind zu beseitigen.“ 900 000 Euro werde die Stadt im kommenden Jahr in die Renovierung der Zentrale fließen lassen. Es sei gut investiertes Geld, unterstrich der Verwaltungschef.
Erster Kreisbeigeordneter Thomas Metz ließ es sich in seiner Funktion als Dezernent für Gefahrenabwehr nicht nehmen, die Brandschutzehrenzeichen zu überreichen: Oberfeuerwehrmann Karl Heinz Sippel stellt sich seit vier Jahrzehnten in den Dienst für die Allgemeinheit. Er nahm das Brandschutzehrenzeichen in Gold entgegen. Seit 25 Jahren engagieren sich Oberlöschmeister Stefan Fasser und Rainer Sartorius und erhielten das silberne Brandschutzehrenzeichen. „Die Gesellschaft braucht sie mehr denn je“, so Thomas Metz.
Volker Steiger übernahm die Aufgabe, im Namen des Feuerwehrverbandes zwei langjährige Mitglieder zu ehren: Seit 60 Jahren halten Georg Seeger und Franz Mayer dem Verein die Treue und fungierten heute als unerlässliche Säulen in der Alters- und Ehrenabteilung. Volker Steiger ließ zuvor die Inspektionsübung am Nachmittag noch einmal Revue passieren. „Eure Leistung war enorm“, fand auch Stadtbrandinspektor Willi Plaschke mit Blick auf die bereits erfolgten Einsätze in diesem Jahr. Besonderes Lob zollte er den Betreuern der Jugendfeuerwehr. Sie würden neben ihrem Dienst in der aktiven Wehr den Nachwuchs unter ihre Fittiche nehmen. moni
© Bergsträßer Anzeiger, Dienstag, 30.10.2012
