Tag der offenen Tür: Spannende Einblicke in die Arbeit der Feuerwehr / Stadtverordnetenvorsteherin moderiert die Modenschau.

BENSHEIM. Es war viel los am Wochenende in Bensheim. In der Innenstadt bestimmte die Laufveranstaltung Jog and Rock das Bild, auf dem Sportgelände am Weiherhausstadion wurde die 37. Deutsche Meisterschaft im Bumerangwerfen ausgetragen und an der Robert-Bosch-Straße lud die Freiwillige Feuerwehr Bensheim-Mitte zum traditionellen Tag der offenen Tür ein. Überall war viel los, bei den Brandschützern musste sogar das Sitzplatzangebot erweitert werden.

Eintopf ist ein Renner
Bei schönstem Sommerwetter nahmen die zahlreichen Gäste den ganzen Tag das umfangreiche Angebot aus Unterhaltung, Information und leckerem Essen in Anspruch, die zahlreichen Helfer waren permanent im Einsatz. Für viele Bensheimer, die ihre Feuerwehr schon längst bestens kennen, ist der Tag der offenen Tür allein wegen des legendären Eintopfs ein Muss, wie die lange Schlange am frühen Mittag an der Essensausgabe verdeutlichte.

Der Fuhrpark mit den zahlreichen Einsatzfahrzeugen war auf dem Vorplatz und der angrenzenden Wiese aufgebaut, die Fahrzeughalle diente als riesiger Gastronomiebereich und bot den ganzen Tag über schattige Sitzplätze.

Zwei neue Fahrzeuge
Auch wenn das gesellige Beisammensein an diesem Tag im Mittelpunkt stand, gab es doch einen offiziellen Teil, denn der Fuhrpark der Stützpunktwehr hat Zuwachs bekommen. Darauf machten Wehrführer Hans Förg und Bürgermeister Rolf Richter aufmerksam. Zum einen handelt es sich um ein neues Einsatzfahrzeug für den Katastrophenschutz im Kreis Bergstraße. Der Schlauchwagen hat 2000 Meter Schlauch sowie Scheren und Motorsägen an Bord und ersetzt seinen in die Jahre gekommenen Vorgänger, der 1963 in Dienst gestellt worden war.

Während der Schlauchwagen weder für die Stadt noch für die Feuerwehr Kosten verursacht hat, da er vom Bund zur Verfügung gestellt und an der Robert-Bosch-Straße stationiert wird, mussten Stadt und Feuerwehr beim Mannschaftstransportwagen (MTW) schon in die Kasse greifen. Da es aber laut Bürgermeister Richter in allen Stadtteilwehren Brauch ist, dieses Fahrzeug vorwiegend aus eigenen Mitteln zu finanzieren, hat die Stadt in diesem Fall den leichteren Part.

45.000 Euro hat das mit dem Kennzeichen „HP-FB 1901“ zugelassene Fahrzeug gekostet, davon hat der Feuerwehrverein mit 35.000 Euro den Löwenanteil übernommen. Dafür sagte der Rathauschef dem Wehrführer und Vereinsvorsitzenden Hans Förg herzlichen Dank, bevor Stadtverordnetenvorsteherin Christine Deppert den Fahrzeugschlüssel überreichte.

Models auf dem Laufsteg
Die Parlamentschefin war beim Tag der offenen Tür aber auch noch als Moderatorin im Einsatz. Denn erstmals hatte die Feuerwehr einen Laufsteg aufgebaut und zur Modenschau eingeladen. Dabei konnten die Zuschauer live erleben, wie schnell sich die Einsatzkräfte bei der Alarmierung ihrer normalen Kleidung entledigen und sich die jeweilige Einsatzkleidung anziehen.

Sei es die Bekleidung für die technische Hilfeleistung, für den Brandeinsatz mit oder ohne Atemschutz oder der Schutzanzug für den Einsatz beim Chemieunfall. Auch die Schnittschutzhose für die Arbeit an der Kettensäge gehört zur Ausstattung.

Spiele mit der Jugendwehr
Die zum „Florianum“ umgenutzte Wiese bot großen und kleinen Gästen einen spannenden Einblick in die Arbeit der Feuerwehr. Anhand von Demonstrationen wurde gezeigt, wie mit einem breiten Wasserstrahl eine Gasflamme eingefangen wird, bevor ein weiterer Helfer den Gashahn schließen kann.

Es war zu sehen, wie schnell ein Weihnachtsbaum in Flammen aufgehen kann und was passiert, wenn brennendes Fett in der Küche mit Wasser gelöscht wird. Unter Anleitung konnte man auch selbst einmal testen, wie sich mit der Rettungsschere Metall schneiden lässt.

Die Jugendfeuerwehr präsentierte ihren Übungshänger, hatte eine Häuserwandattrappe für Löschversuche und einen Spieleparcours aufgebaut. Hier hatte jeder Teilnehmer ab sechs Jahren die Chance, neben einer Urkunde auch eine Fahrt mit der Drehleiter zu gewinnen. Insgesamt 30 Kinder kamen auf diese Weise in den Genuss, Bensheim und das Gelände der Stützpunktfeuerwehr aus 30 Meter Höhe zu sehen.

Das Können der Nachwuchswehr demonstrierte Jugendwart Steffen Elgner mit spannenden Übungen der jungen Einsatzkräfte. Natürlich war auch der neue Imagefilm für die Bensheimer Feuerwehr zu sehen.

Auch wenn sich die Feuerwehr am Sonntag vor allem als hervorragender Gastgeber präsentierte, war die Einsatzbereitschaft immer gewährleistet, musste aber zum Glück nicht in Anspruch genommen werden. js

© Bergsträßer Anzeiger, Dienstag, 27.09.2016