Großeinsatz: Feuerwehr und Bauhof mussten Nibelungenstraße von Dreck und Geröll befreien / Geduldsprobe für Autofahrer

Von unserem Redaktionsmitglied Dirk Rosenberger

 

Bensheim. Ein Gewitterregen und seine Auswirkungen: Nachdem es gestern Nachmittag über eine halbe Stunde kräftig auf Bensheim und die Umgebung niedergeprasselt hatte, brach in der Innenstadt zeitweise der Verkehr zusammen.
Auslöser waren ein Hangrutsch in der Nibelungenstraße sowie Geröll- und Schlammmassen, die sich vom Kirchberg aus über die Kalkgasse ihren Weg auf die B 47 bahnten. „Da kommt gefühlt der halbe Kirchberg runter“, meinte eine Augenzeugin.

Braune Brühe am Ritterplatz

Die braune Brühe floss in der Folge Richtung Ritterplatz, von der Fahrbahn war an einigen Stellen nicht mehr viel zu sehen. Die Feuerwehren aus Bensheim und Auerbach rückten mit einem Großaufgebot an, unterstützt vom Bauhof-Service. An ein geordnetes Aufräumen im laufenden Betrieb war jedoch nicht mehr zu denken.
„Wir mussten die Straße sperren, sonst hätten wir das nicht hinbekommen“, erklärte Stadtbrandinspektor Willi Plaschke. Er berichtete von Beinahe-Unfällen und Zusammenstößen mit den Einsatzkräften. Der Ritterplatz wurde deshalb Richtung Lautertal abgeriegelt, auch aus Lautertal kommend hielt man den Verkehr an. Eine Stunde dauerte die Vollsperrung. Wer keine Möglichkeit mehr hatte, über eine Seitenstraße auszuweichen, brauchte viel Sitzfleisch hinter dem Lenkrad.

Stau quer durch die Stadt

Der Verkehr staute sich bereits vor der Sperrung auf der Rodenstein- und Nibelungenstraße quer durch die halbe Stadt. Auch Nebenstraßen waren betroffen. Die Fahrt durch die Innenstadt geriet zur absoluten Geduldsprobe.
Für Strecken, die man normalerweise in ein paar Minuten absolviert, musste man locker eine halbe Stunde und mehr Zeit einplanen. Bei manch einem schlug sich das negativ aufs Nervenkostüm nieder, was in waghalsigen Manövern endete. Zu Unfällen kam es nach ersten Erkenntnissen jedoch nicht.
„Wir haben die Straße freigeschippt und am Ende mit Wasser gesäubert. Der Bauhof war mit seinen Maschinen im Einsatz“, bilanzierte Plaschke. Man habe einen ziemlichen Aufwand betreiben müssen. Geröll, Sand und lockere Erde von den Weinbergen ergossen sich auf die Nibelungenstraße, der Hangrutsch weiter oben Richtung Schönberg hat sein Übriges, um die Kameraden auf Trab zu halten.
Die Auerbacher Wehr rückte mit einem Fahrzeug und neun Mann aus, die Bensheimer waren mit sieben Wagen und 26 Mann vor Ort. Stadtbrandinspektor Plaschke koordinierte den Einsatz und dirigierte teilweise den Verkehr, um dem Chaos Herr zu werden. Die Polizei unterstützte mit mehreren Streifenwagenbesatzungen. Der Bauhof-Service war ebenfalls mit einem Großaufgebot unterwegs – und das nicht nur an der Nibelungenstraße.

Ein vollgelaufener Keller

Ablaufrinnen mussten freigeschaufelt, Dreck beseitigt werden, um einen halbwegs akzeptablen Normalzustand wieder herzustellen. „Das Wasser hat hier ganz schön gedrückt, wir sind aber noch mal mit dem Schrecken davongekommen“, meinte ein Hausbesitzer in der Innenstadt. Andere hatten weniger Glück. Die Feuerwehr musste mindestens einen Keller leer pumpen.

© Bergsträßer Anzeiger, Mittwoch, 30.07.2014