Jahreshauptversammlung: Feuerwehr Bensheim-Mitte blickt auf ein arbeitsreiches Jahr zurück / Mehr als 10 000 Stunden im Einsatz für die Allgemeinheit

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Kein leichtes Ehrenamt
Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Bensheim-Mitte haben sich kein leichtes Ehrenamt ausgewählt, denn sie gehören einer Wehr an, die sowohl die stärkste im Kreis ist, als auch ihr Einsatzgebiet in der größten Stadt des Kreises hat.
Da sind insgesamt 334 Einsätze im Jahr zwar viel, aber für die Brandschützer auch nicht außergewöhnlich.
Im vorausgegangenen Jahr 2012 waren es exakt genauso so viel. Die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Bensheim-Mitte nahmen Bürgermeister Thorsten Herrmann, der stellvertretende Kreisbrandinspektor Volker Steiger und Stadtbrandinspektor Willi Plaschke daher auch zum Anlass, den ehrenamtlich tätigen Blauröcken für ihren Einsatz und ihr Engagement zu danken.
Denn die 67 aktiven Mitglieder der Wehr tun weit mehr, als im Notfall Hilfe zu leisten. Zeit in Anspruch nehmen auch die regelmäßigen Übungen, die Weiterbildung mit dem Besuch von Lehrgängen und Seminaren, der Brandsicherheitsdienst bei Veranstaltungen in der Stadt, die Brandschutzerziehung und die Vereinsarbeit.
Insgesamt 10 505 Stunden wurden dafür im vergangenen Jahr aufgebracht, so Wehrführer Hans Förg in seinem Bericht. Das entspricht einer Stundenleistung von mehr als einem Jahr (437 Tage). Von einer „vorbildlichen Institution“ sprach Bürgermeister Herrmann und wies dabei insbesondere auf das zusätzliche Engagement hinsichtlich des Hessentags in Bensheim hin, das für alle Bensheimer Wehren gilt. Besonders stolz zeigte sich Wehrführer Förg über die große Bereitschaft seiner Truppe.
Mehrarbeit durch den Hessentag
Abgesehen von denen, die berufs- oder krankheitsbedingt verhindert sind, hat sich jedes Mitglied der aktiven Einsatzabteilung zur Mehrarbeit für den Hessentag bereiterklärt. 230 Stunden sind für vorbereitende Besprechungen im vergangenen Jahr bereits angefallen.
Der stellvertretende Kreisbrandinspektor Volker Steiger verband seine Würdigung der ehrenamtlichen Leistung mit Unverständnis über die aktuelle Verfahrensweise mancher Versicherungen, die in Rechnung gestellten Hilfeleistungen der Feuerwehr infrage zu stellen und detaillierte Auflistungen verlangen. Dem Einsatzleiter noch einen Protokoller zur Seite zu stellen, der genau notiere, wer was wie lange gemacht habe, sei nicht leistbar und stelle die ehrenamtliche Arbeit infrage.
46 Brandsicherheitsdienste
Wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil der Sicherheitsarchitektur der Stadt Bensheim sind die Brandsicherheitsdienste bei Großveranstaltungen.
Die Aktiven der Stützpunktwehr waren dafür im vergangenen Jahr 46-mal im Einsatz, um die Sicherheit im Parktheater, in der Weststadthalle, auf dem Festplatz, beim Winzerfest oder beim Martinsumzug zu gewährleisten. Dafür wurden 807 Stunden aufgebracht. Angesichts der Tatsache, dass die Einsätze der Bensheimer Wehr alle erdenkbaren Aufgaben beinhalten, nannte Wehrführer Förg die Weiterbildung eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft.
Aktive Jugendwehr
Neue Materialien erforderten neue Techniken und auch die Schutzkleidung müsse den neuen Gefahren angepasst werden. Das sei nicht billig, aber die Gesundheit der Einsatzkräfte, die in ein brennendes Haus oder an chemische oder atomare Unfallstellen gingen, müsse immer im Vordergrund stehen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 64 Lehrgänge und Seminare besucht.
Die Feuerwehr Bensheim-Mitte hat im vergangenen Jahr 63 verletzten und hilfsbedürftigen Personen geholfen, 23 Menschen wurden durch die Feuerwehr gerettet, fünf konnten nur noch tot geborgen werden.
Zwei Feuerwehrangehörige wurden im Einsatz verletzt. Förg dankte auch den anderen Hilfsorganisationen für die sehr gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr.
Von einer aktiven Jugendwehr mit 27 Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren, darunter drei weibliche, berichtete Jugendwart Steffen Elgner. Der bisherige Stellvertreter hat das Amt von Florian Blumenschein übernommen. Elgner wurde am Freitag auch offiziell im Amt bestätigt. Sein Stellvertreter ist Alexander Goertz.
Neben der traditionellen Weihnachtsbaumeinsammlung zum Jahresbeginn war das Jahresprogramm im vergangenen Jahr vor allem durch das Jubiläumsfest zum 50-jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr Bensheim-Mitte und das im Weiherhausstadion ausgerichtete Kreiszeltlager geprägt. js
Personalien
Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Bensheim-Mitte konnten auch Beförderungen sowie Neuaufnahmen in der Einsatzabteilung vorgenommen werden.
Nach der Absolvierung der erforderlichen Lehrgänge und Dienstjahre haben insgesamt fünf Kameraden und eine Kameradin die nächste Stufe der „Karriereleiter“ erreicht.
Vom Feuerwehrmann zum Oberfeuerwehrmann ernannt, wurden Sebastian Götz und Fabio Maftei.
Den nächsthöheren Rang des Hauptfeuerwehrmannes haben Michael Greipel, Stefan Hörr und Sven Neubauer erreicht. Ramona Völlmer wurde zur Hauptfeuerwehrfrau befördert.
Zuwachs hat die Einsatzabteilung durch die Übernahme der Jungfeuerwehrmänner Simon Lüdtke und Sebastian Jäger aus der Jugendwehr bekommen.
Nach 90 Minuten konnte Wehrführer Förg den offiziellen Teil der Jahreshauptversammlung schließen.
Förg beendete die Versammlung nicht ohne den Hinweis, dass die Stützpunktwehr in den ersten 24 Tagen des neuen Jahres bereits 15 Einsätze hatte.
Vier Jahrzehnte im aktiven Dienst
Oberlöschmeister und Gruppenführer Jürgen Wollenweber wurde nach 40 Jahren aktiver Einsatzzeit aus dem aktiven Dienst in die Alters- und Ehrenabteilung entlassen. Für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement war er mit dem silbernen und dem goldenen Brandschutzehrenzeichen am Bande ausgezeichnet worden.
Wehrführer Hans Förg dankte für die gesamte Wehr dem Kameraden, dessen Erfahrung als gelernter Schornsteinfeger und Bezirksschornsteinfeger vor allem bei Kaminbränden sehr hilfreich war. Er überreichte die Uhr der Bensheimer Wehr.
Auch Bürgermeister Herrmann dankte Wollenweber, der über 40 Jahre der Wehr und damit der Allgemeinheit seine Zeit geschenkt habe. „Wir können uns als Stadt zu einer so leistungsstarken Wehr gratulieren“, betonte Herrmann.
Stadtbrandinspektor Plaschke dankte der Stützpunktwehr – wie den Wehren insgesamt – für die Bereitschaft, den Hessentag in Bensheim zu unterstützen.
Die Feuerwehr Wetzlar werde zwei Brandsicherheitsdienste leisten und beim Helferabend zur Verfügung stehen und die Pfungstädter Wehr habe ebenfalls Unterstützung signalisiert. Lobend erwähnte Plaschke auch die Bereitschaft, die Stadtteilwehren bis zum Hessentag auf den Fahrzeugen der Stützpunktfeuerwehr auszubilden. js
© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 27.01.2014