Stützpunkt: Großer Andrang beim Tag der offenen Tür / Gestern Aktionen und Vorführungen an Robert-Bosch-Straße

© Lotz
Einer der größten fand gestern an der Robert-Bosch-Straße 7-9 statt. Bereits am Vormittag strömten zahlreiche Schaulustige aus der ganzen Stadt heran, um den Mitgliedern bei ihrem Einsatz vor Ort über die Schulter zu schauen.
Feuerwehrchef Hans Förg und seine Kameraden hatten alle Hände voll zu tun. Stadtbrandinspektor Willi Plaschke nutzte seine fachlichen Kompetenzen zur gezielten Wasserversorgung der Brandherde. Es wurden aber auch andere Getränke ausgeschenkt.
Durst, Hunger und jede Menge Interesse an der vielfältigen Arbeit der Feuerwehr: Der Tag der offenen Tür war am Sonntag – wie in jedem Jahr – ein Magnet für die Bevölkerung. Auf dem Stützpunkt, der vor genau 40 Jahren eingeweiht wurde und demnächst modernisiert wird, herrschte Rummel von Anfang an.
Die große Halle wurde zum Imbiss umgebaut, die Einsatzfahrzeuge parkten auf dem Vorplatz. Sämtliche Türen waren offen, flankiert von auskunftsfreudigen Feuerwehrleuten, die das Informationsbedürfnis der Besucher vollständig befriedigt haben. Neben einem echten Oldtimer, einer prominent platzierten Drehleiter von 1951, waren auch die frischen Neuzugänge ausgestellt. Darunter ein Löschgruppenfahrzeug Baujahr 2011.
Mitten im Fuhrpark sorgte am Mittag der Spielmannszug der Heimatvereinigung Oald Bensem mit einem Platzkonzert für die passende Umrahmung. Die Feuerwehr Mitte präsentierte sich erneut als versierter Gastgeber und servierte kulinarische Vielfalt, allem voran der längst zu regionaler Berühmtheit aufgestiegene Erbseneintopf. Auch die Alters- und Ehrenabteilung packte fleißig mit an.
Das „Florianum“ ist das Reich der Jugend. Auf dem Freigelände waren Spielstationen und Demonstrationen aufgebaut. Regelmäßig brannte eine Küche, explodierten Spraydosen oder Gasflaschen. Wo es zu Hause brenzlig bis lebensgefährlich wird, ist es in Gesellschaft der Experten lehrreich unterhaltsam. Die Wehr präsentierte spektakuläre Unfälle in kontrollierten Dimensionen.
Die Feuerwehr-Jugend, alle zwischen zehn und 17 Jahren, informierte über ihre Aktivitäten und weckte das Interesse vieler jüngerer Besucher, die am Aktionstag das gesamte Tätigkeitsspektrum des Nachwuchses aus nächster Nähe erfuhren.
„Zeltlager und Ausflüge, das würde mich schon Spaß machen“, kommentierte ein 15-jähriger Junge im Infozelt. Die Eltern sprachen von einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung. „Zum Nulltarif“, wie auf einem Infoplakat zu lesen war. Die Bensheimer Feuerwehr ist freiwillig und arbeitet ehrenamtlich. Dienstzeiten: 24 Stunden täglich und 365 Tage im Jahr.
Neugierig wurden die Vorführungen im Freien verfolgt. Ein Kleinwagen wurde mit einem Hebekissen in eine stabile Seitenlage gebracht. Ein wertvolles Werkzeug etwa zur Personenbergung nach Unfällen. Gleich nebenan wurde ein Fahrzeug mit Spreizer und Rettungsschere seziert. Ein Rettungs- und Abseilgerät konnte persönlich getestet werden. Wer mindestens 16 Jahre alt war, wurde von der Jugendwehr zum Abheben gebracht. Ein Feuerwehrmann und Freizeitimker erläuterte die Arbeit mit Bienen.
Im Dialog mit Kameraden
Zu Gast waren neben etlichen Vertretern der lokalen Politik auch Kollegen der anderen Bensheimer Stadtteilwehren.
Der Tag der offenen Tür diente manchem auch als Dialogforum mit Kameraden, die man sonst eher in eiligen oder formellen Rahmenbedingungen trifft. „Wir sehen uns sonst nur im Einsatz oder auf Versammlungen“, so ein Feuerwehrmann aus Auerbach. Auch für ihn ist das Stützpunktfest ein fester Termin im Jahreskalender.
Die 68-köpfige Einsatzabteilung war gestern bis 18 Uhr auf Touren. Immer bereit, im Notfall alles stehen und liegen zu lassen. Der Funkmeldeempfänger ist unberechenbar. tr
© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 24.09.2012
Videos: Fettexplosion – Eindrücke vom Tag der offenen Tür