Großeinsatz: Einfamilienhaus in Langwaden nach Brand nicht mehr zu retten / Bewohner erleiden Rauchvergiftung

Von unserem Redaktionsmitglied Dirk Rosenberger

Unbewohnbar: Ein Brand in einem Einfamilienhaus in Langwaden hat gestern Morgen einen Schaden in Höhe von 200 000 Euro verursacht. © Funck
Bensheim. Die Fassade verrußt, das Dach teilweise eingestürzt, Fenster und Türen zerstört: Als es gestern Morgen hell wurde, zeigten sich die Spuren des verheerenden Brandes im Bensheimer Stadtteil Langwaden nur allzu deutlich. „Ein Totalschaden“, bedauerte Stadtbrandinspektor Willi Plaschke mit Blick auf die Ruine.
Das Einfamilienhaus an der Jägersburger Straße stand bereits in Flammen, als die Feuerwehr um kurz nach 4 Uhr morgens eintraf. „Wir hatten keine Chance, es war ein massiver Vollbrand“, erklärte Plaschke. Das zu großen Teilen aus Holz konstruierte Fertighaus bot dem Feuer genug Nahrung, um in kurzer Zeit viel Schaden anzurichten. Einen Bereich des Gebäudes konnten die Einsatzkräfte zwar halten, aber das war in Anbetracht der Lage nur ein kleiner Erfolg. Viel wichtiger war, dass ein Ausbreiten der Flammen auf die umliegende Bebauung verhindert werden konnte. Das Gebäude steht in zweiter Reihe im Garten eines Grundstücks, das zur Jägersburger Straße hin mit einem weiteren Haus bebaut ist.
Durch beherzten Einsatz gelang es den Brandbekämpfern, das meterhoch lodernde Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die Bewohner hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits ins Freie gerettet. Der 52-jährige Familienvater, seine 48 Jahre alte Frau und der 22-jährige Sohn erlitten eine leichte Rauchvergiftung und mussten ins Bensheimer Heilig-Geist-Hospital gebracht werden. Bei den Löscharbeiten lief alles glimpflich ab, Verletzte gab es keine.
Unklar ist momentan die Ursache. Als gesichert gilt, dass das Feuer im Bereich der Küche ausbrach und sich schnell im Haus ausbreiten konnte. Gestern Nachmittag nahmen die Beamten der Kriminalpolizei in Heppenheim ihre Ermittlungen auf. Ein Ergebnis lag bis zum Abend nicht vor.
Der Sachschaden wird auf mindestens 200 000 Euro geschätzt, vermutlich liegt er sogar deutlich höher. Das nach Angaben der Feuerwehr etwa 15 bis 20 Jahre alte Haus ist jedenfalls unbewohnbar. Am Vormittag rückte das Technische Hilfswerk an, um mit Spanplatten die Fenster und Türen zu sichern.
Die Bensheimer Feuerwehr war rund sieben Stunden vor Ort und mit Koordinierungsmaßnahmen und Nachlöscharbeiten beschäftigt. Insgesamt waren in den frühen Morgenstunden 61 Einsatzkräfte der Wehren aus Bensheim, Fehlheim, Langwaden und Schwanheim mit elf Fahrzeugen im Dienst. Dazu kamen drei Rettungswagen des DRK aus Bensheim und vom Kreisverband, zwei Notärzte und Polizeistreifen aus Bensheim und Pfungstadt.
Die Bensheimer Feuerwehr dürfte bis zum Ende des Jahres einen Negativ-Rekord vermelden: Noch nie war die Zahl der Einsätze so hoch. Mehr als 200 Mal mussten die Brandbekämpfer 2012 ran – bei der Halbjahresbilanz waren es exakt 177 Alarmierungen. Darunter waren Brände ebenso wie technische Hilfeleistungen.
In diese Rubrik fiel nicht nur das Abdichten eines Gastanks hinter der Grundschule in den Kappesgärten, sondern auch ein Gasalarm samt Evakuierung in der Fußgängerzone, das Umsiedeln eines Bienenvolks und ein geplatztes Wasserrohr während einer Frostperiode Anfang des Jahres.

© Bergsträßer Anzeiger, Freitag, 05.10.2012