Feuerwehr: Stadt investiert 900 000 Euro in das 40 Jahre alte Gebäude / Anbau für die Atemschutzwerkstatt

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Der Feuerwehrstützpunkt in der Robert-Bosch-Straße wird schon seit einiger Zeit den hohen Standards der Aktiven nicht mehr gerecht. Mehr noch: Bei einer Begehung durch den TÜV und die Unfallkasse vor zwei Jahren wurden Mängel festgestellt, die abgestellt werden müssen. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2011 eine Vorplanung für einen Umbau der Atemschutzwerkstatt erstellt, die seit der Eröffnung des Gebäudes im Jahr 1972 nicht mehr saniert wurde. Kalkuliert wurde mit Kosten in Höhe von 260 000 Euro.
Ausschuss votierte einstimmig
Der Haupt- und Finanzausschuss befürwortete in seiner jüngsten Sitzung einstimmig das Vorhaben – allerdings in weit größerem Umfang als noch vor einem Jahr angedacht. 900 000 Euro sollen in den Feuerwehrstützpunkt investiert werden, unter anderem, weil die Atemschutzwerkstatt nicht umgebaut, sondern als Anbau neu erstellt wird.
In die Räume der Werkstatt wird dann die Herrenumkleide verlagert, die sich bisher in der Fahrzeughalle befand. Keine optimale Lösung, zumal dafür die weitläufige Halle auf 18 bis 20 Grad aufgeheizt werden muss. Zur Sicherstellung des Katastrophenschutzes erhält der Stützpunkt zudem eine stationäre Netzersatzanlage, die im Ernstfall die Stromversorgung sichert. Die Anlage wird aus akustischen Gründen in einem Container errichtet.
Darüber hinaus ist für die sichere Lagerung von Gasflaschen ein unbeheizter Abstellraum im Außenbereich nötig, um unnötige Risiken zu vermeiden. Zwischen April und November 2013 sollen die Arbeiten über die Bühne gehen. Die Feuerwehr drängt auch deshalb auf eine Einhaltung des Zeitplans, weil die Brandbekämpfer in die Organisation des Hessentags 2014 in Bensheim stark eingebunden sind.
Hinzu kommt, dass im nächsten Jahr der Umbau der Funkzentrale geplant ist, die sich noch auf dem Stand von 1972 befindet. Die Kosten betragen 120 000 Euro, 20 000 Euro trägt der Feuerwehrverein. Die Heizungsanlage, zuletzt 1990 erneuert, wird sogar bereits in diesem Herbst modernisiert.
Im Ausschuss herrschte bei diesem Tagesordnungspunkt seltene Einigkeit. „Wir tragen es mit, weil es sinnvoll und notwendig ist, auch wenn es viel Geld kostet“, sagte Dr. Klaus Brückner (SPD). Ähnlich argumentierte Markus Woißyk (CDU). Der Hauptstützpunkt müsse betriebsfähig gehalten werden. Die neue technische Ausstattung werde viele Jahre in Betrieb sein. „Wir müssen für die Feuerwehr ein Umfeld schaffen, das gewissen Anforderungen genügt“, so Woißyk.
Angela Manteuffel (FWG) sprach von der Wehr als „älteste Bürgerinitiative, die auch heute noch erfolgreich ist“. Sie zeigte sich jedoch verwundert, warum keine Zuschussanträge gestellt worden seien. Stadtbrandinspektor Willi Plaschke klärte auf: Mit einer Zuwendung vom Land hätte nach anderen Richtlinien gebaut werden müssen. „Damit wäre es deutlich teurer geworden.“ Die aktuelle Version sei ein Mittelweg, der mit dem Technischen Prüfdienst und der Unfallkasse abgestimmt und genehmigt wurde.
Franz Apfel (BfB) kommentierte das Vorhaben als „notwendige Abarbeitung von Sachen, die moniert wurden. Mit dem Lager für Gasflaschen wird außerdem ein Gefahrenpunkt beseitigt.“
© Bergsträßer Anzeiger, Donnerstag, 30.08.2012