Übung: Feuerwehr Bensheim löschte angenommenen Fahrzeugbrand im sechsten Parkdeck

Bensheim. Das Szenario war beeindruckend und ließ erahnen, wie es im Ernstfall aussehen könnte. Am Dienstagabend war die Freiwillige Feuerwehr Bensheim aber nur zu Übungszwecken am und im Parkhaus Platanenallee im Einsatz, um einen angenommenen Pkw-Brand zu löschen und Schlimmeres zu verhindern, so die Aufgabenstellung.

Romed Klein und Alexander Merck hatten sich die Aufgabe für die beiden Löschzüge und rund 27 Einsatzkräfte ausgedacht und auch einige Erschwernisse eingebaut.

Ausgangspunkt war ein durch einen technischen Defekt ausgelöster Fahrzeugbrand im 6. Parkdeck des Parkhauses, wobei die Gefahr bestand, dass sich das Feuer durch Brandüberschlag auf einen zweiten Pkw ausdehnte, der zudem mit Flüssiggas betankt war.
So ging es zum einen darum, einen Übergriff des Feuers auf das zweite Fahrzeug zu verhindern und zum anderen um eine schnelle Kühlung des Parkhauses, damit eine durch starke Hitze mögliche Verformung der Stahlkonstruktion verhindert wird. Unter der Einsatzleitung von Rainer Sartorius und Daniel Koep hatten die Brandschützer aber noch mit einer weiteren Schwierigkeit zu kämpfen.
Wegen aktueller Straßenarbeiten war eine Wasserversorgung über die Hydrantenleitung nicht möglich, so dass eine Verbindungsleitung zur Lauter gelegt werden musste.

Bis diese Wasserstrecke stand, wurde der erste Löschangriff über das eigene Wasserreservoir von 10 000 Litern gesichert, das auf dem Löschwagen der Feuerwehr immer dabei ist.

Die zum standardmäßigen Programm der Bensheimer Wehr zählende Übung war gleichzeitig gute Gelegenheit, die im Parkhaus vorhandenen Einrichtungen des vorbeugenden Brandschutzes zu testen. Dazu gehört neben dem Fluchttreppenhaus und den Notrufeinrichtungen auch die Wasserversorgung in den einzelnen Parkdecks.

Durch die im Parkhaus verlegten Wasserleitungen, die im Normalfall trocken liegen, kann die Feuerwehr im Ernstfall Wasser einspeisen und dann auf jedem Deck Wasser entnehmen. Das erspart eine lange Schlauchverbindung bis ins oberste Geschoss.

Übungsleiter Romed Klein war nach knapp einer Stunde nicht nur mit der Leistung der Einsatzkräfte zufrieden, auch dem Parkhaus bescheinigte er, für den Fall des Falles bestens gerüstet zu sein. Zum Einsatz gekommen war auch die Drehleiter, die im Zufahrtsbereich zum Parkhaus in Stellung gebracht worden war, um das Gebäude von oben zu kühlen.
Als „Beobachter“ waren ebenso die Nachwuchskräfte der Bensheimer Wehr vor Ort. Die jungen Brandschützer, die im Dezember ihre „Lehrjahre“ in der Jugendwehr beenden und in die Einsatzabteilung übernommen werden, nehmen in der sogenannten „Schnupperphase“ an Übungen der Einsatzabteilung teil.

Dabei bekommen sie nicht nur einen Eindruck von der angespannteren Situation, sondern auch von dem dadurch etwas raueren Umgangston. js

Bergsträßer Anzeiger
04. Juni 2010