Bensheim. Mit insgesamt neun Einsätzen in den ersten 24 Stunden hatte das Jahr 2024 für die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Bensheim-Mitte turbulent und heftig angefangen. Bis zum Jahresende hatte sich das Einsatzgeschehen dann auf 300 Alarmierungen summiert und entspricht den durchschnittlichen Einsatzzahlen der Stützpunktfeuerwehr, die im Vergleich der vergangenen vier Jahre lediglich 2023 mit 333 Einsätzen einen Ausreißer hatte.
Karn erinnerte an den vergangenen September, als die Wehr kurz nach Ende des bunten und fröhlichen Winzerfestumzugs zu einem Einsatz an den Badesee gerufen wurde. Mit dem Feuerwehr-Boot unterstützte die Wehr die intensive Suche nach einem ertrunkenen Kind, an der auch Taucher der DLRG Bergstraße, die Berufsfeuerwehr Mannheim und das THW beteiligt waren. Nach mehreren Stunden konnte das Kind leider nur noch leblos aus dem Badesee geborgen werden. Solche Einsätze gehen an keinem Helfer spurlos vorbei, weswegen in der Nachbesprechung auch immer eine psychologische Nachbereitung des Einsatzes angeboten wird.
Insgesamt handelte es sich bei den 300 Einsätzen um 62 Brände, 148 Hilfeleistungen sowie 90 Fehl- beziehungsweise blinde Alarme. Anders als in den Vorjahren gab es im vergangenen Jahr aber keine Großbrände. Dafür wurde die Bensheimer Wehr nach drei Jahren Pause wieder zu zwei Hochwassereinsätzen gerufen und auch die Einsätze nach Stürmen waren im vergangenen Jahr deutlich höher.
Film über „Wachwechsel“ sorgte für Begeisterung
In mehreren Einsätzen bewährt hat sich im vergangenen Jahr auch die neue Drehleiter. Ihren ersten Einsatz hatte sie in der Neujahrsnacht bei einem Brandeinsatz in Reichenbach und hat sich in den folgenden Monaten bei vielen Einsätzen zur Rettung von verletzten oder erkrankten Personen sowie bei der Brandbekämpfung bewährt.
Beeindruckend war in diesem Zusammenhang auch ein kleiner Videofilm von Philipp Sartorius über den vollzogenen „Wachwechsel“, der zum Ende der Versammlung gezeigt wurde und große Begeisterung hervorrief. Eingerahmt von einem Spalier der Einsatzkräfte war die alte Drehleiter aus der Fahrzeughalle ausgefahren und die neue Drehleiter eingefahren. Die alte Drehleiter war nach 27 Jahren zwar außer Dienst gestellt worden, ist aber nicht in „Rente“ gegangen. Sie leistet aktuell noch hilfreiche Dienste in der Ukraine.
In seinem Ausblick ging Wehrführer Merk auch auf die aktuellen Herausforderungen hinsichtlich des Zivil- und Katastrophenschutzes und des großen Haushaltslochs in der Kasse der Stadt Bensheim ein. Er sagte die Unterstützung der Wehr bei erforderlichen Sparmaßnahmen zu, wies aber auch darauf hin, dass vorgesehene Investitionen nur für eine begrenzte Zeit nach hinten geschoben werden könnten, denn bezüglich der Kostensteigerungen bei den Fahrzeugen werde es nicht billiger.
© Jeanette Spielmann
© Bild: FF Bensheim
Bergsträßer Anzeiger, Dienstag, 04.02.2025
Originalbericht: https://www.bergstraesser-anzeiger.de/orte/bensheim_artikel,-bensheim-unwetter-einsaetze-feuerwehr-_arid,2282931.html