Corona-Pandemie – Bensheimer Einsatzkräfte mussten sich dem Ausnahmezustand anpassen / Bereits 70 Alarmierungen in diesem Jahr

Bensheim. In der heutigen Zeit kann man von einem normalen Alltag generell nicht mehr sprechen. Die weltweiten Umstellungen in der Corona-Krise sind in Bensheim ebenfalls deutlich zu spüren – so auch bei der Bensheimer Feuerwehr.

Durch die landesweit getroffenen Maßnahmen fallen nun, bis auf Weiteres, die regelmäßigen monatlichen Übungen und Unterrichte, die Jugendfeuerwehr sowie die feuerwehrinternen Sitzungen aus. Der soziale Kontakt untereinander wurde auf das Mindeste beschränkt. Unternehmungen und Treffen sind tabu, insbesondere, um die Infektionsgefahr der Einsatzkräfte untereinander zu reduzieren oder die Infektion gar nicht zuzulassen.

Videokonferenz statt Treffen

So wurde in Bensheim – wie in den meisten Wehren im Kreis Bergstraße – beschlossen, die Wache nur im Falle eines Einsatzes betreten zu dürfen. Ausgenommen davon sind die städtischen Mitarbeiter der Feuerwehr, die als Gerätewarte täglich für die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge und der diversen Gerätschaften sorgen. Generell soll im Gebäude im Besonderen darauf geachtet werden, dass die Hände gründlich gewaschen werden und der vorgeschriebene Abstand eingehalten wird.

Um sich dennoch untereinander auszutauschen, sich vor allem feuerwehrtechnisch weiterzubilden und das Vereinsleben so gut wie möglich weiterzuführen, nutzen die verschiedenen Gremien der Feuerwehr unterschiedliche digitale und internetbasierte Kommunikationsplattformen. So nutzen der Vorstand, der Feuerwehrausschuss, die Jugendfeuerwehr sowie die einsatztaktischen Gruppen der Wehr diverse mobile Kommunikationsdienste und Videokonferenzplattformen.

Zudem informieren der Kreis- und der Stadtbrandinspektor sowie die Wehrführung regelmäßig die Kameraden der Bensheimer Wehr über Neuigkeiten und aktuelle Maßnahmen, so dass die Feuerwehrangehörigen immer mit den aktuellen Nachrichten und dem Wissensstand versorgt sind.

Im Einsatzgeschehen muss man sich nun ebenfalls auf eine besondere Situation einstellen. Denn auch in Fahrzeugen und am Einsatzort soll der Hygieneabstand zum Kameraden eingehalten werden. Die Feuerwehr Bensheim griff daraufhin zu der Lösung, wenn nötig sogar ein Einsatzfahrzeug mehr oder ein Mannschaftstransportwagen zusätzlich zu besetzen, um den Abstand zwischen den Beteiligten dadurch zu vergrößern.

Die Einsatzstärke im Einsatzfall dürfe selbstverständlich nicht darunter leiden und soll, wie auch vor der Virus-Pandemie, so groß sein, dass der Brand rasch gelöscht und jeder hilfeersuchende Bürger aus seiner Notlage so schnell wie möglich gerettet werden kann.

Den Umständen entsprechend funktionieren die eingeleiteten Vorgaben gut. Die Feuerwehr Bensheim hat in diesem Jahr schon mehr als 70 Einsätze erfolgreich absolviert. Trotz der guten Organisation wünscht man sich dennoch den „normalen“ Alltag wieder zurück. red

© Bergsträßer Anzeiger, Mittwoch, 15.04.2020

© Bild: Funck (Einsatzfahrzeuge im Stützpunkt der Feuerwehr Bensheim-Mitte: Auch hier greifen die coronabedingten Verhaltensregeln, wenn nötig, werden zusätzliche Fahrzeuge zum Einsatzort geschickt.)

Originalbericht: https://www.morgenweb.de/bergstraesser-anzeiger_artikel,-bensheim-feuerwehr-auch-in-krisenzeiten-gut-geruestet-_arid,1628699.html