TAG DER OFFENEN TÜR: Am Sonntag ging es bei der Feuerwehr Bensheim-Mitte heiß her / Zahlreiche Vorführungen
für die Besucher

Von unserer Mitarbeiterin Jeanette Spielmann

Bensheim. Im Schnitt 300 Mal werden die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Bensheim-Mitte jedes Jahr zu Einsätzen gerufen. Sei es, weil irgendwo eine Mülltonne brennt, weil technische Hilfe nach einem Unfall benötigt wird, an der Erlache eine Person im Wasser gesucht wird, eine Grasfläche Feuer gefangen hat oder Rettungsdienste die Unterstützung der multifunktionalen Hilfsorganisation benötigten.

Einmal im Jahr funktioniert das aber auch andersherum. Wenn die Feuerwehr zu ihrem Tag der offenen Tür in den Stützpunkt an der Robert-Bosch-Straße einlädt, dann kommen die Bensheimer gerne und in großer Anzahl – auch wenn in der Innenstadt Jog & Rock wieder Läuferscharen in Bewegung bringt und auch die Wettervorhersagen nicht optimal waren.

Mit 150 Kilogramm Pommes, 70 Kilogramm Gyros, 700 Bratwürsten und 330 Steaks hatten sich die Brandschützer bestens gerüstet – und den legendären Eintopf der Alters- und Ehrenabteilung lassen sich Kenner sowieso nicht entgehen.

Neben den kulinarischen Leckereien, zu denen auch der hausgemachte Kuchen im Café Florian gehört, haben die Brandschützer beim Tag der offenen Tür natürlich auch viel Brandschutz zu bieten. Das schloss neben umfangreichen Informationen und Spielangeboten für die kleinen Gäste auch einige spektakuläre Demonstrationen und Übungen ein.

Beeindruckend für die Gäste war der dargestellte Flüssigkeits- und Gasbrand in Verbindung mit der Rettung einer Person. Dabei ging es darum, durch zwei Atemschutzträger mit dem trichterförmigen Wasserstrahl aus dem Strahlrohr eine mächtige Gasflamme einzufangen, damit die Person in Form einer Puppe von weiteren Einsatzkräften aus der Gefahrenzone gerettet und dann auch der Hahn der Gasflasche wieder verschlossen werden konnte. Auch wegen der zum Teil heftigen Windböen war das nicht ohne Nervenkitzel.

Überhaupt ging während des Tages der Blick von Wehrführer Hans Förg immer mal wieder in Richtung dunkle Wolken, doch bis auf zum Teil heftige Böen, die einem auch mal eine Haselnuss vom Baum bescherten, hielt sich das Wetter. Eine Stunde vor dem offiziellen Schluss meldete sich Sturmtief Fabienne allerdings dann auch in Bensheim zu Wort. Bis dahin war aber ein Großteil der aufgebauten Zelte schon vorsorglich in Sicherheit gebracht worden, denn auch die meisten Gäste hatten sich schon auf den Heimweg gemacht.

Die Kinder konnten sich den ganzen Tag auf der großen Wiese vergnügen, beim Geschicklichkeitsparcours Punkte sammeln und beim Gewinnspiel eine Fahrt auf der Drehleiter gewinnen. Etwa 30 Gewinner mit dem Mindestalter von sechs Jahren genossen den luftigen Blick aus 30 Metern Höhe. Man konnte auch mit dem Wasserschlauch auf eine Hausattrappe halten, sich vom Knall einer explodierenden Spraydose aufschrecken lassen oder einen brennenden Mülleimer löschen. Spannend war auch der Versuch, im total vernebelten Rauchzelt versteckte Puppen zu finden. Im Infozelt mit drei Bildschirmen war der Imagefilm der städtischen Feuerwehren zu sehen, aber auch ein Film über alte Einsätze der Wehr aus vergangenen Jahren (1963 bis 2007). Einen tieferen Einblick in die Feuerwehrtechnik ermöglichte die Fahrzeugausstellung auf dem Stützpunktgelände. Auch die Jugendwehr demonstrierte mit einer Übung ihre Leistungsstärke und zeigte die Rettung einer Person aus einem Auto nahe eines Brandes.

In den neun Monaten dieses Jahres wurde die Stützpunktfeuerwehr bereits zu 227 Einsätzen gerufen. Um Brände ging es dabei nur in 44 Fällen, den Hauptanteil haben die 121 Hilfeleistungen, aber auch die 62 Fehlalarme fordern häufiger als die Brände. Insgesamt wurden bisher 2038 Einsatzstunden von den etwa 71 Einsatzkräften geleistet. Am 27. Oktober steht die große Inspektionsübung im Dienstplan, mit der am Abend wieder der Kameradschaftsabend im Kolpinghaus verbunden ist.

30 Einsätze durch „Fabienne“

Als sich am Sonntagabend Sturmtief „Fabienne“ in Bensheim bemerkbar machte, erhöhte das auch für die Feuerwehr die diesjährige Einsatzstatistik. Zu etwa 30 Einsätzen mussten die Brandschützer im Stadtgebiet ausrücken, um sich um heruntergefallene Ziegel, abgebrochene Äste und ähnliches mehr zu kümmern. „Zu größeren Schäden ist es wohl nicht gekommen“, so Stadtbrandinspektor Jens-Peter Karn gestern in einer ersten Übersicht.

Im Einsatz waren die Stadtteilwehren Auerbach, Schwanheim, Fehlheim, Schönberg, Zell und auch Bensheim-Mitte. Hier hatten sich die Einsatzkräfte geteilt, denn eine Hälfte kümmerte sich noch um den Abbau der Zelte vom Tag der offenen Tür. Damit hatte man frühzeitig angefangen, so dass auch hier „Fabienne“ keinen Schaden anrichten konnte. Insgesamt waren die Feuerwehr Bensheim-Mitte mit 20 Männern und Frauen vier Stunden lang im Einsatz.

© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 24.09.2018

© Bild: Zelinger

Originalbericht: Bergsträßer Anzeiger