Brandmeldeanlagen: SPD-Anfrage an den Magistrat

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Für die Bensheimer Sozialdemokraten, die sich jetzt mit dem Thema auseinandergesetzt haben, eine zu hohe Zahl. „Bedenkt man die persönliche Belastung, die verlorene Arbeitskraft und die Kosten für die Stadt, ist dies nicht tolerierbar“, teilte Philipp Thoma mit.
Gebühr in Höhe von 241 Euro
Die SPD will „defekte Brandmeldeanlagen“ als Wurzel des vermeintlichen Übels ausgemacht haben und fordert eine Erhöhung der Gebühren für solche Einsätze. Pauschal werden zurzeit 241 Euro berechnet – und zwar „bei Fehlalarmierung durch automatische Brandmeldeanlagen oder die missbräuchliche Alarmierung aus vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Gründen“, erklärte die Verwaltung auf Anfrage der Fraktion.
Tatsächlich defekt sind nach Angaben der Feuerwehr aber die wenigsten dieser Anlagen. „Sie lösen aus, wenn es zu einer thermischen Reaktion kommt“, erklärte Stadtbrandinspektor Willi Plaschke. Das kommt vor, wenn beispielsweise unter einem Sensor geraucht wird oder ein Wasserkocher auf dem Schreibtisch zu viel heißen Dampf ablöst oder es bei Arbeiten zu sehr qualmt. Blitzeinschläge oder Wasserschäden können ebenfalls die Technik täuschen. Die Geräte erkennen dann ein Problem, melden es und setzen damit die Feuerwehr in Marsch.
Stützpunkt wird modernisiert
„Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht richtig funktionieren. Im Gegenteil“, so Plaschke. In Sonderbauten wie Schulen, Hotels, Firmen, Kranken- und Pflegeeinrichtungen sind die Brandmeldeanlagen (kurz BMA) Vorschrift.
In einigen Einrichtungen in Bensheim sind die Brandbekämpfer immer mal wieder vor Ort, weil sie grundlos alarmiert wurden. 35 Wiederholungsfälle hat die Verwaltung aufgelistet.
Während die SPD auf eine Reduzierung der Fehlalarme hinaus- und die Besitzer stärker in die Pflicht nehmen will, sieht der Stadtbrandinspektor keinen Handlungsdruck – zumal weder die Stadt noch die Feuerwehr selbst direkt Einfluss nehmen kann. Plaschke lädt die Sozialdemokraten aber ein, sich bei den Fachleuten im Stützpunkt zu informieren. Unabhängig davon hat die Einsatzabteilung um Wehrführer Hans Förg ein arbeitsreiches Jahr hinter sich – 10 200 Stunden ehrenamtliche Arbeit sprechen eine deutliche Sprache. In diesem Jahr stehen bereits 36 Einsätze in der Statistik. Hinzu kommt die Modernisierung des Stützpunktes an der Robert-Bosch-Straße, in den die Stadt Bensheim bekanntlich 900 000 Euro investiert.
Atemschutzwerkstatt und Funkzentrale werden umgebaut, die Umkleiden verlagert – alles Vorhaben, die nötig sind, um den Gebäudekomplex in einen standes- und zeitgemäßen Zustand zu versetzen.
© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 18.02.2013