Feuerwehr: Einsatzkräfte bereiten sich auf Radsportmeisterschaften vor / Am Sonntag mit 130 Mann vor Ort

Von unserem Redaktionsmitglied Dirk Rosenberger

Bensheim. Mit Großereignissen haben die Bensheimer seit dem Hessentag 2014 ausreichend Erfahrung. Das gilt in besonderem Maße für die Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW oder Rettungsdienst. Die Deutsche Radsportmeisterschaft am Sonntag ist trotzdem keine Veranstaltung, die man auf die leichte Schulter nimmt.
„Ein Problem ist, dass einige Gerätehäuser während des Rennens von der Außenwelt abgeschnitten sind“, erklärt Stadtbrandinspektor Jens-Peter Karn. Hinzu kommt, dass die Absprachen zwischen allen Beteiligten reibungslos laufen müssen.
Die Verantwortlichen greifen deshalb auf die Pläne zurück, die für das Landesfest ausgearbeitet wurden: Im Stützpunkt wird eine technische Einsatzleitung eingerichtet. Dort laufen alle Fäden zusammen, gehen Meldungen ein und werden im Notfall die Löschzüge auf den Weg geschickt. 120 bis 130 Feuerwehrmänner werden am Sonntag ehrenamtlich im Dienst sein. „Wir sind gut aufgestellt. Es war aber schon eine Herausforderung, alles auf den Weg zu bringen“, so Karn. Die Pläne habe man zwar in der Schublade gehabt, das Personal allerdings nicht. Dafür musste einiges in den vergangenen drei Wochen umgeschichtet werden.
Zusätzlich zur Zentrale an der Robert-Bosch-Straße wird eine Einheit an der Geschwister-Scholl-Schule platziert. Vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Schönberg/Wilmshausen sammeln sich die örtlichen Kräfte, um schnell in den Ortschaften eingreifen zu können. Entscheidend ist, dass die Kommunikation nicht ins Leere läuft. Wenn es ernst wird, kann die Feuerwehr beispielsweise direkt in Kontakt mit den Polizeimotorrädern auf der Strecke treten. Dadurch sind die Einsatzkräfte immer informiert, wo sich das Feld gerade aufhält – und ob man sich auf die Strecke begeben kann.
„Wenn es einen Vollbrand geben sollte, wird sich niemand beschweren, weil wir das Rennen gestoppt haben. Aber wir werden ja auch wegen kleinerer Sachen alarmiert“, betont Karn. Allein 18 Brandmeldeanlagen sind im Einzugsgebiet des Rundkurses installiert. Da kann schon mal eine grundlos loslegen. Überprüft werden muss das Ganze trotzdem zügig. Möglichst ohne die Titelkämpfe zu beeinflussen, sondern leise im Hintergrund. Begegnungsverkehr mit den Profis soll vermieden werden, ausgerückt wird deshalb immer in Rennrichtung vor oder hinter dem Tross.
Der Stadtbrandinspektor hofft aber auf ein ruhiges Wochenende. Und wenn nicht, sieht man sich gut gerüstet. In der Einsatzleitung sitzen am Sonntag neben den Brandbekämpfern Vertreter der Rettungsdienste, des THW und des Ordnungsamts. Geballte Kompetenz auf engstem Raum. „Unser Ziel ist es, Bensheim so sicher zu halten wie an jedem anderen Wochentag auch.“
Für die Feuerwehr sind die Meisterschaften auch ein Testlauf unter Volllast, Stichwort Digitalfunk. Bleibt das Netz stabil, gibt es Schwankungen, wo muss nachgebessert werden? Karn verspricht sich wichtige Erkenntnisse, aus denen man Lehren für die Zukunft ziehen kann.
Für den Veranstalter entstehen dadurch keine Kosten. Das ist dem Stadtbrandinspektor wichtig zu betonen. Die Feuerwehr ist wie immer ehrenamtlich am Start – und freut sich, wenn abends die Sieger feststehen und man selbst einen geruhsamen Tag hatte.

© Bergsträßer Anzeiger, Donnerstag, 25.06.2015