Bensheim. Es hörte sich dramatischer an, als es im Nachhinein dann wirklich war. Ein Großeinsatz der Feuerwehr sorgte am Samstag abend für Aufsehen in der Bensheimer Innenstadt: Zur besten Flanier- und Ausgehzeit kam gegen 20 Uhr die Alarmierung von der Leitstelle, an der Darmstädter Straße gegenüber der Michaelskirche sei ein Gebäude eingestürzt.

„Das war natürlich ein Riesenauflauf, als wir mit sieben Fahrzeugen und 29 Einsatzkräften anrückten“, beschrieb es Stadtbrandinspektor Willi Plaschke. Das Dach des baufälligen Gebäudes im hinteren Teil des Geländes der ehemaligen Gaststätte „Zur Post“ (Post-Jean) war eingestürzt. Gesteinsbrocken fielen in die darunter liegende Postgasse – ein schmaler Fußweg.

Das alte Gemäuer habe bereits jahrzehntelang vor sich „hingegammelt“ und sei durch Wind und Wasser sehr marode, erläuterte Stadtbrandinspektor und Wehrführer Willi Plaschke die Ursache. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Hans Förg leitete er den Einsatz.

Teile des Dachstuhls waren zusammengefallen und dadurch hatten sich Mauerbrocken gelöst. Zudem drohte der Giebel zusammenzustürzen. Personen befanden sich keine auf dem Gelände, es waren auch keine Menschen in Gefahr. Die Feuerwehr kontrollierte das Gelände und sperrte die Postgasse ab.

Heute wird sich Plaschke mit Vertretern des Ordnungsamtes und des Bensheimer Bauhofes treffen und das weitere Vorgehen beraten. „Das Gebäude muss sicher abgerissen werden“, meint der Stadtbrandinspektor. Die Tragfähigkeit sei nicht mehr gegeben.

Vor Ort waren am Samstag neben der Feuerwehr Bensheim auch Einsatzkräfte der Polizei, der leitende Notarzt sowie Mitarbeiter des Bensheimer Bauhofs. ank

Bergsträßer Anzeiger
23. August 2010