Kameradschaftsabend: Rückblick und Ehrungen im Kolpinghaus / Bereits 240 Einsätze in diesem Jahr

 

Bensheim. Einsätze im Fall einer Katastrophe müssen wie am Schnürchen klappen. Damit Abläufe der Helfer Hand in Hand vonstattengehen können, ist nicht nur Routine nötig. Ein respektvolles Verständnis für- und untereinander erleichtert die Zusammenarbeit im Ernstfall ebenfalls.
Abende zur Pflege der Kameradschaft, wie am Samstag bei der Feuerwehr Mitte, lassen die Truppe enger zusammenrücken. Wehrführer und Vereinsvorsitzender Hans Förg begrüßte aber nicht nur seine Mannschaft einschließlich der Alters- und Ehrenabteilung im Kolpinghaus zu einem gemütlichen Austausch. Kreisbrandinspektor Werner Trares und Stadtbrandinspektor Jens Peter Karn sowie Vertreter aus der Verwaltung und Politik sowie befreundeter Wehren und Hilfsorganisationen zollten den Floriansbrüdern gebührende Anerkennung.
Hans Förg warf eingangs ein Schlaglicht auf das Jahr 2015, dessen letztes Quartal bereits angebrochen ist. Eigentlich wollte man es nach einem anstrengenden Mammutprojekt Hessentag im letztjährigen Kalender ruhiger angehen lassen, sagte er. Doch das sollte nur in den ersten drei Monaten gelingen.

Jede Menge Arbeit

Im Juni standen die Deutschen Meisterschaften im Straßenrennen auf der Agenda, die sich für die Stadt als ein herausragendes Ereignis mit großer Publikumswirkung erwiesen. Für die Feuerwehrleute zeichnete sich damit ein Event in einer Größenordnung, das alle Kräfte wieder mobilisieren ließ. Plan-Teams wurden ins Leben gerufen, Einsatzpläne aufgestellt und die gesamte Mannschaft aktiviert. So konnte auch diese Veranstaltung reibungslos über die Bühne laufen.
Daneben präsentierte man sich in der Fußgängerzone, wie man es im zweijährigen Turnus stets wiederholt. An Zuspruch aus der Bevölkerung habe es nicht gemangelt, resümierte Förg zufrieden. Zum Tag der offenen Tür im September verzeichnete man eine ebenso gute Resonanz. Viele Besucher schauten vorbei, und einige entschlossen sich gar zu einer Mitgliedschaft. Auch an diesem Tag wurde „Florianum“, das feuerwehrtechnische Spiel- und Aktionsprogramm, zu einem Dreh- und Angelpunkt. Peter Borgenheimer und Markus Fendrich bemühten sich in den vergangenen Jahren darum, das Modell weiter auszubauen und zu einem Besuchermagneten werden zu lassen, „der sich sehen lassen kann“, so Förg.
Die Flüchtlingswelle stellte nicht nur die Politik vor eine große Aufgabe, sondern auch die Feuerwehrleute. Im August stellte man einen Sonderalarmplan für das Zeltdorf am Berliner Ring auf. In der anfänglichen Phase habe man im Stützpunkt den Stabraum für eventuelle Ereignisse aufgebaut, die technische Einsatzleitung eingerichtet und die Teams benachrichtigt.
Daneben versah man die üblichen Dienste, in der Brandsicherung wie auch im Ernstfall. Bereits in dem zurückliegenden Dreivierteljahr musste die Einsatzabteilung fast 240 Mal ausrücken. So unterstützte man auch das Team von Einhausen, das von einem Serienbrandstifter in Atem gehalten wird. Stadtbrandinspektor Jens-Peter Karn bedankte sich für das vielseitige Engagement der „aktiven und leistungsstarken Wehr“, die ihm als Neuling im Amt jedwede Unterstützung zukommen ließ.

Lob vom Bürgermeister

Gerade in anstrengenden Zeiten, wenn die Flüchtlingswelle gemanagt und die drohende Schließung von Abteilungen im Heilig-Geist-Hospital Zeit und Energie im Rathaus binde, tue es gut, wenn Bereiche reibungslos funktionieren und da sind, wenn sie gebraucht werden. Bürgermeister Rolf Richter lobte die Verlässlichkeit und Einsatzbereitschaft der Wehr. Als besonderes Merkmal hob er die Kameradschaft hervor, die über den eigenen Kreis hinausreiche bis hinein in die Partnerstädte Klodzko und Hostinné.
Mit der Bensheimer Truppe lassen sich große Herausforderungen in Bensheim meistern, betonte der Rathauschef und ergänzte mit Blick auf die Flüchtlingsthematik: „Wir schaffen das und werden auch weiterhin gute Arbeit leisten.“
„Ihr seid eine tolle Truppe – macht weiter so“, rief Kreisbrandinspektor Werner Trares der Mannschaft zu und zeichnete die Jubilare mit dem Silbernen Brandschutzehrenzeichen des Landes Hessen aus, die seit 25 Jahren als aktiver Posten in der Bensheimer Truppe ehrenamtlich aktiv sind. Oliver Goetz, Jens Ameis und Alexander Merk schreiben ausnahmslos eine lange Biografie in ihrer Ausbildung als Feuerwehrmann. Letzter ist nicht nur Führer des dritten Zuges, sondern nimmt darüber hinaus im Vereinsvorstand den Posten des Schriftführers wahr. moni
© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 19.10.2015