Bensheim. Bis Ende September wurden durch die freiwilligen Feuerwehrmänner und -frauen der Feuerwehr Mitte 246 Einsätze abgearbeitet. Die Einsätze unterteilten sich laut Mitteilung der Feuerwehr in 39 Brandeinsätze, 118 Hilfeleistungen und 89 Fehlalarme.

Das dritte Quartal des Jahres startete rasant mit vier Einsätzen am 3. Juli 2021. Die Brandschützer wurden in eine Gemeinschaftsunterkunft in die Europaallee alarmiert. Schnell konnte festgestellt werden, dass ein Druckknopfmelder im Eingangsbereich mutwillig eingedrückt wurde und es sich um einen Fehlalarm handelte. Auf dem Weg zurück in das Feuerwehrhaus fuhren die Einsatzkräfte an einem Verkehrsunfall vorbei. Sie sicherten die Unfallstelle ab und betreuten einen verletzten Radfahrer bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.

Vier Einsätze an einem Tag

Der dritte Einsatz an diesem Tag ließ nicht lange auf sich warten. In der Max-Teichmann-Straße in Zwingenberg hatte sich eine Taube in den Taubenspikes einer Photovoltaikanlage verfangen. Die Einsatzkräfte retteten die Taube mit Hilfe der Drehleiter und übergaben diese der Feuerwehr Zwingenberg.

Kurz nachdem die Einsatzkräfte im Feuerwehrhaus ankamen, erreichte sie ein Telefonanruf von Passanten, die einen verletzten Vogel nahe den Weinbergen fanden. Die Einsatzkräfte rückten aus und betreuten den Vogel, bis er sich selbst in die Natur entlassen hatte.

„Brennt Unrat/Brennt Gebäude“ lautete am 5. Juli die Alarmierung, die auf den Funkmeldeempfängern der Einsatzkräfte erschien. Da bereits vor Ankunft an der Einsatzstelle eine starke Rauchentwicklung zu erkennen war, rüstete sich ein Trupp noch im Fahrzeug mit Pressluftatmern (Atemschutzgeräten) aus. Beim Eintreffen am Einsatzort war das Feuer bereits auf eine Traufe übergegriffen. Die Ursache für den Brand waren in Brand geratene Plastikkisten. Während der Gruppenführer die Einsatzstelle erkundete, leiteten die Einsatzkräfte mit Hilfe der Schnellangriffseinrichtung den Löschangriff ein. Da das Feuer auf ein nahestehendes Gebäude überzugreifen drohte, wurde die Alarmstufe erhöht und die Kameraden aus Zell und Auerbach hinzugezogen. Aufgrund der Nähe zu einem Gebäude wurde bei den Nachlöscharbeiten am Dach eine Brandschau mittels der Drehleiter durchgeführt. Hier konnte glücklicherweise Entwarnung gegeben werden. Es hatte sich keine Glut im Dach festsetzen können. Nach eineinhalb Stunden konnte der Einsatz beendet werden.

Am Mittwochmorgen des 11. August wurden die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot zum Berliner Ring alarmiert. Das Einsatzstichwort lautete „F3 brennt Lagerplatz“. Grund hierfür war der Brand einer Papierballenpresse eines Altpapier-verarbeitenden Betriebes. Vor Ort wurde die Maschine außer Betrieb genommen. Mehrere Trupps unter Atemschutz löschten die in Brand geratenen Materialien. Gleichzeitig wurde das Dach mit Hilfe der Drehleiter und der Wärmebildkamera kontrolliert. Unterstützt wurden die Brandschützer aus Bensheim von der Feuerwehr Auerbach, dem Messzug aus Bürstadt sowie einem Führungsfahrzeug des Kreises Bergstraße. Die Löscharbeiten waren nach eineinhalb Stunden beendet.

Brandserie Müllcontainer

In der Nacht des 6. September wurde die Freiwillige Feuerwehr Bensheim zu einem Einsatz der Müllcontainer-Brandserie in die Taunusanlage alarmiert. Der Atemschutztrupp löschte den im Vollbrand stehenden Müllcontainer mit Hilfe der Schnellangriffseinrichtung des Löschgruppenfahrzeugs ab. Aufgrund der starken Wärmeentwicklung wurde die benachbarte Mülltonne durch einen weiteren Trupp mit Wasser gekühlt. Beide Mülltonnen wurden anschließend mit der Wärmebildkamera kontrolliert, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern. Nach rund 30 Minuten konnte die Einsatzstelle an die Polizei übergeben werden.

Am Samstagnachmittag des 25. September wurden die Bensheimer Brandschützer zu einem Gebäudebrand in den Mozenrechweg alarmiert. Ein Pkw-Brand drohte auf ein Gebäude überzugreifen. Nach Eintreffen des Löschgruppenfahrzeuges wurde ein Trupp unter Atemschutz zur Brandbekämpfung mit dem S-Rohr (Schnellangriff) zum Pkw geschickt, während der zweite Trupp das Gebäude absuchte und dieses mit der Wärmebildkamera kontrollierte.

Da der Hydrant im Mozenrechweg nicht gefunden werden konnte, wurde die Wasserversorgung über den Hydranten der Nibelungenstraße sichergestellt. Nach 30 Minuten konnte „Feuer aus“ gemeldet werden. Anschließend wurden das Gebäude sowie der Pkw noch einmal mit der Wärmebildkamera überprüft. Die Einsatzkräfte konnten erst in den frühen Abendstunden die Rückfahrt antreten.

Weiterhin beteiligten sich die Bensheimer Wehren bei dem Katastropheneinsatz in Nordrhein-Westfalen, bei dem sie mit weiteren Einheiten aus Hessen mehrere Tage mit Gerätschaften und Muskelkraft halfen, die dortigen Wassermassen zu beseitigen. Dazu sorgte die pandemische Lage zuvor für viele Ausfälle an Ausbildungsveranstaltungen und Lehrgängen im Kreisgebiet, wodurch die Nachfrage nach diversen Ausbildungen stieg. Im Juni durfte ausnahmsweise der „Grundlehrgang“, der schon im April angefangen hatte, erfolgreich am Standort Bensheim-Mitte beendet werden. Später entschied man sich, einen weiteren Lehrgang, diesmal den „Maschinisten-Lehrgang“, ebenfalls im Feuerwehrhaus Bensheim-Mitte abzuhalten. Nach Aufnahme des Lehrgangsbetriebs im August konnten einige Brandschützer aus Bensheim an einem „Atemschutzlehrgang“ am Standort Bürstadt, sowie am Lehrgang „Technische Hilfeleistung – Verkehrsunfall“ am Standort Lorsch erfolgreich teilnehmen.

Der Feuerwehr-Verein Bensheim hielt am 1. Oktober seine Jahreshauptversammlung ab. Einen traditionellen „Tag der offenen Tür“ sowie einen Kameradschaftsabend wird es allerdings wegen der anhaltenden Pandemie dieses Jahr nicht geben, teilt die Feuerwehr abschließend mit. red

 

© Bild: Strieder (Im Mozenrechweg wurde die Bensheimer Feuerwehr im September zu einem Pkw-Brand gerufen.)

Originalbericht: https://www.bergstraesser-anzeiger.de/orte/bensheim_artikel,-bensheim-bensheimer-feuerwehr-rettete-taube-vom-dach-_arid,1868225.html