Feuerwehr – Auf dem Firmengelände eines Logistiklagers trat am Freitag Wasserstoffperoxid aus
BENSHEIM. Ein Leck in einem 20-Liter-Kanister mit Wasserstoffperoxid hat am Freitag gegen 7.30 Uhr zu einem größeren und zeitintensiven Einsatz der Feuerwehr auf dem Gelände der Firma Burnus am Berliner Ring geführt. Das kleine Fass mit dem hochkonzentrierten Bleichmittel war in einem Spezialraum des Großlagers für Gefahrenstoffe untergebracht.
Nach Auskunft von Stadtbrandinspektor Jens-Peter Karn bemerkten Mitarbeiter die austretende Flüssigkeit und alarmierten die Feuerwehr. Diese rückte umfangreich aus. 32 Einsatzkräfte aus Bensheim und Auerbach, darunter die Gefahrguteinheit, sowie eine Messeinheit aus Bürstadt fuhren an den Berliner Ring. „Es musste zunächst abgeklärt werden, was da ausgelaufen ist, wie es reagiert und welche potenziellen Gefahren davon ausgehen“, erläuterte Karn die aufwendige Vorgehensweise.
Allerdings hätte es ohne das Eingreifen der Helfer durchaus zu Problemen kommen können. Die Chemikalie ist nicht selbstentzündlich, kann aber, so Jens-Peter Karn, mit Materialien wie Holz oder Pappe reagieren – was am Freitag auch in einem Anfangsstadium wohl schon der Fall war. „Es hat gedampft“, meinte der Stadtbrandinspektor. Zudem kann es zu einer Verätzung der Atemwege kommen, wenn man hochkonzentriertes Wasserstoffperoxid einatmet.
Lösung mit Wasser verdünnt
Ein Trupp der Bensheimer Feuerwehr brachte den beschädigten Kanister ins Freie, die Lösung sowie die Pfütze, die sich auf dem Boden im Inneren des Gebäudes gebildet hatte, wurde mit Wasser verdünnt. „Das war die beste Vorgehensweise“, teilten die Rettungskräfte vor Ort mit. Um kurz nach 10 Uhr konnten die meisten Beteiligten wieder abrücken.
Jens-Peter Karn lobte ausdrücklich den „gut organisierten Betrieb“. Man habe regelmäßig Begehungen in den Speditionsräumen, die Gefahrstoffe sind dort in zwei eigens dafür vorgesehenen Räumen untergebracht. Diese können mit Barken so verschlossen werden, dass im Notfall keine Flüssigkeiten auslaufen. Es habe alles so funktioniert, wie es sein soll. Das Logistiklager gehört dem Darmstädter Waschmittel- und Handcremespezialisten Burnus. Durch den Großeinsatz kam es zu Verzögerungen bei der Anlieferung und Abfahrt der Lkw, die sich zeitweise auf dem Berliner Ring stauten. Zu einer größeren Verkehrsbehinderung kam es in diesem Bereich allerdings nicht.
© Bilder: Strieder. „Mit einem Großaufgebot rückten die Bensheimer und Auerbacher Feuerwehr am Freitagmorgen zu einem Gefahrguteinsatz an den Berliner Ring aus.“