HAUPTVERSAMMLUNG – FEUERWEHR MITTE BESTÄTIGT WEHRFÜHRER UND
VORSITZENDEN IM AMT / EINIGE NEUE GESICHTER IM ERWEITERTEN VORSTAND
BENSHEIM. Hans Förg bleibt am Ruder: Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Bensheim-Mitte am Freitag wurde der Wehrführer und Vorsitzende in beiden Ämtern bestätigt. Von den wahlberechtigten Kameraden der Einsatzabteilung erhielt Förg 45 Ja- und neun Nein-Stimmen. Bei den Wahlen zum Ersten Vorsitzenden des Feuerwehrvereins votierten 63 Mitglieder für und 13 gegen ihn.
Als Zweiter Vorsitzender folgt Stefan Fasser auf Jürgen Ritz. Damit wurde mit der Tradition gebrochen, dass die Spitze des Vereins auch den Kopf der Wehrführung bildet. Fasser erhielt 57 Ja- und 19 Nein-Stimmen. Ritz bleibt stellvertretender Wehrführer, 35 Kameraden votierten für und 20 gegen ihn.
Vorstand verjüngt
Auch auf weiteren Vereinspositionen gibt es Veränderungen. Neuer Rechner ist Daniel Vacante. Er erzielte mit 78 Ja-Stimmen das eindeutigste Ergebnis bei den Vorstandswahlen. Er löst Daniel Koep ab, der nicht mehr für das Amt kandidierte. Schriftführer bleibt Alexander Merk (56 Ja, 22 Nein). Frisches Blut gibt es auch bei den Beisitzern. Hier kam es zur Stichwahl zwischen Jugendwart Steffen Elgner und Markus Fendrich, die letzterer mit 42 zu 28 Stimmen für sich entschieden hat. Im ersten Wahlgang konnten Felix Zillig und Dietrich Fährmann die meisten Stimmen auf sich vereinen. Damit verjüngt sich der erweiterte Vorstand der Bensheimer Wehr. Im Feuerwehrauschuss sitzen Jens Ameis, Daniel Choinowski, Michael Sippel, Stefan Plaschke und Matthias Pfleger. Sprecher der Alters- und Ehrenabteilung ist Jürgen Wollenweber. Hans Förg dankte den Kameraden für das Vertrauen. „Ich möchte noch fünf Jahre weitermachen“, hatte der 58-Jährige vor der Wahl betont. So lange dauert laut Satzung die Amtszeit des Wehrführers. Der alte und neue Chef würdigte auch die Zusammenarbeit mit Partnern wie Polizei, DRK, THW oder DLRG sowie mit der Stadt Bensheim.
Personell gut aufgestellt
Mit 71 aktiven Mitgliedern in der Einsatzabteilung ist die Feuerwehr Bensheim-Mitte personell gut aufgestellt. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich hier keine nennenswerte Veränderung. Einen leichten Zuwachs meldet die Jugendwehr, die von 21 auf aktuell 25 Mitglieder zwischen zehn und 17 Jahren gewachsen ist. Lars Schneider wurde am Freitag aus dem Jugendkader in die aktive Wehr übernommen. Neu in der Einsatzabteilung ist auch Abdirisaq Hersi. Die Oldtimergruppe besteht aus zwölf Personen. In der Alters- und Ehrenabteilung sind 21 Kameraden, der Verein zählt derzeit 262 fördernde Mitglieder. Die Beförderungen übernahm Stadtbrandinspektor Jens-Peter Karn. Zu Hauptfeuerwehrmännern befördert wurden Florian Hillenbrand, Simon Lüdtke, Julian Krick und Felix Zillig. Sebastian Berberich wurde zum Löschmeister ernannt, Steffen Elgner zum Oberlöschmeister. Stefan Fasser ist ab sofort Hauptlöschmeister.
BIS AN DIE GRENZEN DER BELASTBARKEIT
Mit 298 Einsätzen in 2017 bilanziert die Bensheimer Wehr ein durchschnittliches Jahr. Darunter 57 Brandeinsätze, 157 Hilfeleistungen und nach wie vor die recht große Anzahl von 84 Fehl- oder blinden Alarmen. Wehrführer Hans Förg kommentierte diese als „nervig“. Insgesamt wurden in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst 124 Menschen gerettet. Vier Personen konnten nur noch tot geborgen werden. Zwei Feuerwehrleute wurden bei Einsätzen und Übungen leicht verletzt. Förg betonte in seinem Jahresbericht, dass die Kameraden bei etlichen Einsätzen bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gehen. So auch bei den relativ zahlreichen Unfällen auf der Autobahn. „Mit teilweise schrecklichen Bildern, die wohl keiner der Einsatzkräfte so schnell vergisst.“ Auch bei vielen Türöffnungen wüsste man niemals, was einen dahinter erwartet, so der Wehrführer. Auch Stadtbrandinspektor Jens-Peter Karn und Kreisbrandmeister Volker Steiger sprachen die psychischen Belastungen der Mannschaft an: „Schwere Einsätze gehören dazu, das ist unser Job. Und den macht ihr gut“, lobte Karn die Leistungsbilanz der Kameraden im vergangenen Jahr. Die Liste der Einsätze reicht vom 1. Januar (Brand in Gewerbebetrieb) bis zum 30. Dezember (Suizidversuch durch Kohlenmonoxid). Dazwischen lagen Gefahrgutunfälle, Wasserrohrbrüche, überschwemmte Keller und zuletzt auch etliche Sturmeinsätze. Im noch jungen Jahr 2018 hat die aktive Wehr – Stand Freitagabend – bereits zwölf Einsätze gefahren. Aufgrund der Vielfalt der Aufgaben sei ein fundiertes Wissen durch regelmäßige Ausbildung unverzichtbar, so Hans Förg. Bürgermeister Rolf Richter bezeichnete die Wehr in Mitte als Rückgrat aller Freiwilligen Feuerwehren im Bensheimer Stadtgebiet. Die Wehr könne weiterhin auf die Unterstützung seitens der Stadt zählen. tr
FESTE UND MEHR – DIE FEUERWEHR IN DER ÖFFENTLICHKEIT
Neben den Einsätzen präsentiert sich die Bensheimer Feuerwehr regelmäßig mit Festen und Veranstaltungen in der Bevölkerung. Zu den wichtigen Terminen im Jahreskalender gehören der Tag der offenen Tür an der Feuerwehrunterkunft und der Tag der Feuerwehr mit pielen und Aktionen in der unteren Fußgängerzone. Beide Veranstaltungen waren auch im vergangenen Jahr wieder sehr gut besucht. Dabei informierte die Wehr über das Spektrum ihrer Arbeit, ihre Ausstattung sowie den aktuellen Ausbildungsstand. Laut Wehrführer Hans Förg dienen diese Tage auch der Mitgliederwerbung. Dennoch rekrutiert sich die Einsatzabteilung nach wie vor zu etwa 90 Prozent aus dem Nachwuchs der Jugendwehr. tr
© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 29.01.2018
© Bilder: Dietmar Funck
