Karl-Kübel-Schule Bisher keine neuen Erkenntnisse zur Ursache / Reizmittel muss versprüht worden sein

BENSHEIM. Die Aufregung am letzten Tag vor den Osterferien war riesig: Weil in einem Klassensaal ein Reizmittel versprüht wurde, musste die Karl-Kübel-Schule am Freitagvormittag geräumt werden (wir haben berichtet). Neun Auszubildende klagten über Augenreizungen und Atemwegsbeschwerden, fünf mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Den Schülerinnen geht es besser

Die jungen Frauen im Alter von 19 bis 24 Jahren hielten sich in einem Klassenzimmer der Berufsfachschule für medizinische Fachangestellte auf. Am Montag gab es keine neuen Erkenntnisse zur Ursache oder einem möglichen Verursacher, allerdings grundsätzlich gute Nachrichten von den Betroffenen. „Sie konnten das Krankenhaus wieder verlassen und mussten nicht stationär aufgenommen werden“, erklärte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Südhessen in Darmstadt.

In dieser Woche soll mit der Befragung der Schülerinnen begonnen werden. Die Beamten erhoffen sich Erkenntnisse, wie es zu dem Zwischenfall kommen konnte – oder wer dafür verantwortlich ist. Ein Problem sei, dass man keine „materiellen Spuren“ gefunden habe. Sprich: Der Reizstoff wurde verströmt und hat sich dann verflüchtigt. Ob es Reizgas war, kann die Polizei nicht bestätigen. „Wir sprechen weiter von einem Reizmittel, es kommen ja auch noch andere Ursachen infrage als ein Reizgas“, so die Sprecherin weiter.

Nach ihrer Auskunft waren längst nicht alle gleichermaßen betroffen. Es hätte auch Schülerinnen in der Klasse gegeben, die weder etwas gerochen noch gesundheitliche Beeinträchtigungen gehabt hätten. Dass bei ihnen dann aber Panik aufkam, als die Klassenkameradinnen erste Symptome aufwiesen, versteht sich von selbst.

Feuerwehr leitete Evakuierung ein

Zur Aufklärung konnte auch die Feuerwehr wenig beitragen. Die Bensheimer Brandbekämpfer waren mit 21 Mann und sechs Fahrzeugen vor Ort und als erste im Klassenzimmer. „Dort konnte noch ein leichter Geruch festgestellt werden. Unsere Messungen haben jedoch nichts ergeben“, betonte Stadtbrandinspektor Jens-Peter Karn.

Weil man aber nicht sicher sein konnte, ob sich das Mittel über die Lüftung weiter im Gebäude verbreitet, habe man die Schule evakuiert. Das sei reibungslos gelaufen, lobte Karn die mehr als 1000 Schüler sowie die Lehrer. Alle hätten sich an die Anweisungen gehalten.

Die betroffenen Auszubildenden habe man dem Rettungsdienst übergeben, den Raum abschließend gelüftet. Danach war die Arbeit für die ehrenamtlichen Helfer getan. Was letztlich freigesetzt wurde, darüber konnte und wollte auch der Stadtbrandinspektor nicht spekulieren.

Hohe Kosten

Fest steht nur, dass irgendetwas in der Luft gewesen sein muss. Ob fahrlässig, vorsätzlich oder durch einen dummen Zufall müssen die weiteren Ermittlungen zeigen. Sollte ein Verursacher ausfindig gemacht werden, der mit Vorsatz gehandelt hat, kann es teuer werden. Die Kosten für solche Einsätze bewegen sich locker im vierstelligen Bereich. Neben Feuerwehr und Polizei waren neun Rettungswagen und zwei Notärzte alarmiert worden.

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