Feuerwehr: Großeinsatz in Hochstädten / Bewohner müssen vorübergehend ausquartiert werden
Hochstädten. Kurz nach Mitternacht brannte es in der Nacht zum Freitag im Bensheimer Stadtteil Hochstädten im Keller eines Mehrfamilienhauses. Die Feuerwehren aus Bensheim, Hochstädten und Auerbach mussten das Gebäude evakuieren. 24 Personen konnten unverletzt gerettet werden.
Das Feuer hatten die Rettungskräfte schnell im Griff. Nach einer halben Stunde war das Gröbste erledigt. Weil die Hauselektrik für die Löscharbeiten abgeschaltet werden musste, konnten die Bewohner nicht mehr in ihre Wohnungen zurück. Ein paar kamen bei Freunden und Verwandten unter, der überwiegende Teil wurde im Allee-Hotel in Bensheim einquartiert. Die Brandursache ist nach Auskunft der Polizei noch unklar. Der Schaden summiert sich auf rund 50 000 Euro.
„Wir hatten Glück, dass sich der Brand auf einen gemauerten Kellerraum beschränkte. Dadurch konnten sich die Flammen nicht weiter ausbreiten“, erklärte der stellvertretende Stadtbrandinspektor Thomas Strößinger. Wie das dort gelagerte Unrat Feuer fangen konnte, ermittelt die Heppenheimer Kriminalpolizei.
Schließlich war es nicht der erste Einsatz in dem Mehrfamilienhaus. Ende Februar brannte es dort innerhalb von 72 Stunden drei Mal – jeweils im Keller des Doppelhauses. Beim ersten Mal konnten Anwohner noch selbst löschen, beim zweiten Mal rückten die Rettungskräfte mit einem Großaufgebot aus. Das Gebäude musste damals wie heute evakuiert werden, 19 Personen wurden ins Feuerwehrgerätehaus gebracht und dort untersucht. Einen Tag später rückte die Wehr erneut aus, weil es im Untergeschoss kokelte. Die Polizei ging jeweils von Brandstiftung aus.
Auch gestern Nacht mussten die Bewohner zunächst in die Unterkunft der Hochstädter Wehr gebracht werden. Dort wurden sie von den Frauen der Feuerwehrleute mit Kaffee und Getränken versorgt und vom Bensheimer DRK betreut. Als die Lage vor Ort im Griff war, durften die Mieter kurz zurück in ihre Wohnungen, um ein paar Habseligkeiten zu holen.
Wie lange das Haus unbewohnbar ist, steht nicht fest. Die Feuerwehr ging gestern davon aus, dass eine Rückkehr frühstens am heutigen Samstag möglich sein wird. Grund ist in erster Linie die vom Feuer angegriffene Hauselektrik. Die Kabel laufen direkt am Brandherd vorbei und wurden in Mitleidenschaft gezogen. Daraus resultiert auch der hohe Sachschaden. „Das muss sich eine Fachfirma anschauen“, sagte Strößinger. Hinzu kommt, dass der Rauch bis unters Dach ziehen konnte, weil nicht alle Türen geschlossen waren. „Wir mussten großräumig durchlüften“, so der stellvertretende Stadtbrandinspektor.
Mit 80 Mann waren die Feuerwehren aus Bensheim, Auerbach und Hochstädten an der Mühltalstraße im Einsatz. dr
© Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 17.08.2013