Sicherheit: Auf einem Parkplatz besteht nicht die Gefahr des Einbrechens

Von unserem Redaktionsmitglied Karl-Josef Bänker

Bensheim. Wasser marsch! Das Fluten der Bleiche war eine Zwei-Mann-Aktion. Gerätewart Werner Pfleger und Ober-Feuerwehrmann Thomas Lang waren mit einem Rüstwagen vorgefahren, hatten die Gullys des asphaltierten Parkplatzes geschlossen, hatten eine Leitung gelegt, an einen Hydranten angeschlossen und dann die Ventile aufgedreht.

In einer Fontäne schoss das Wasser auf den Platz. Gut zwei Stunden dauerte die Aktion, dann hatte der Pegel die Soll-Höhe erreicht. Bei der Feuerwehr laufen Wetten, wann das Eis freigegeben werden kann.

Die Zeichen stehen auf Frost

„Ich rechne fest damit, dass am Freitag ab Nachmittag Schlittschuh gefahren werden kann,“ erklärte Stadtbrandinspektor Willi Plaschke. Vielleicht gibt er die Eisbahn aber auch schon früher frei. Auf jeden Fall muss das Wasser bis auf den Grund durchgefroren sein.

So lange bittet Plaschke um Fair Play. In den letzten Jahren hatten böse Buben das Eis schon betreten, bevor es richtig trug. Statt einer spiegelblanken Fläche hatten sie eine Kraterlandschaft hinterlassen, auf denen das Schlittschuhlaufen keinen Spaß machte.

Plaschke: „Mit dem Fluten des Bleiche-Parkplatzes sorgen wir nicht nur für Winter-Spaß, sondern wir schaffen Sicherheit. Wir sorgen dafür, dass die Schlittschuhläufer nicht auf die Seen gehen, die wahrscheinlich zu dünn zufrieren.“ Klar ist: Auf einem gefluteten Parkplatz besteht keine Lebensgefahr, sollte man bei Tauwetter ins Eis einbrechen.

Die Bleiche ist ein Areal an der Lauter entlang der Nibelungenstraße zwischen der Bleichstraße und der Thermoplastik-Fabrik. Die Bleiche soll ihren Namen schon im Mittelalter bekommen haben, als Frauen vor den Toren der Stadt am Bach die Wäsche wuschen und sie zum Trocknen und Bleichen in die Sonne legten.

Heute dient die Bleiche zur Naherholung und zum Parken. Direkt neben dem jetzt gefluteten Parkplatz ist ein großer Spielplatz und ein Park mit Grünflächen zieht sich bis zum Baßmann-Weg.

Der Parkplatz – sprich: die künftige Eisbahn – ist etwa 30 Meter breit und etwa 120 Meter lang. Vor dem Fluten der Fläche war eine Crew vom Bauhof angerückt und hatte mit einer Kehr-Maschine die Fläche gereinigt. Nachdem der Besenwagen die Fläche verlassen hatte, durfte dort kein Wagen mehr parken.

Vorher wurde der Platz gefegt

Als gestern ab 13.30 Uhr die ersten Kubikmeter auf die Fläche flossen, zeigte das Thermometer null Grad. Schon am Nachmittag herrschte leichter Frost bei fallender Tendenz der Quecksilbersäule.

„Wir erwarten mindestens fünf Grad minus in der Nacht auf Mittwoch“, sagte Plaschke. Tagsüber sind heute auch Minus-Grade angesagt. In der Nacht auf Donnerstag wird in Bensheim mit rund zehn Grad Frost gerechnet. Plaschke zum Wetter-Trend: „Es wird die ganze nächste Woche noch kalt.“

Am Freitag wird es sich entscheiden, ob die Jugendfeuerwehr neben die Eisfläche einen Glühwein-Stand aufbaut, um den Spaß-Faktor zu erhöhen. Ist das der Fall, steht das in der Zeitung.

Bergsträßer Anzeiger
01. Februar 2012