Feuerwehr: Beim Landesfest sind die ehrenamtlichen Helfer gefordert / Präsentation im Parktheater

Bensheim. Sicherheit hat oberste Priorität – besonders bei einem Großereignis, das über eine Million Menschen in die Stadt schwemmt. Der Hessentag wird deshalb für die Bensheimer Feuerwehren zum größten Einsatz in ihrer Geschichte werden.
„Wir haben die Chance, uns als Einheit zu präsentieren. Das sollten wir nutzen“, sagte Stadtbrandinspektor Willi Plaschke am Montag im Parktheater. Dort bekamen die örtlichen Brandbekämpfer einen ersten Eindruck, was sie beim Landesfest im Juni 2014 erwartet. Eingeladen waren auch Vertreter von THW, DRK und DLRG, die beim Hessentag ebenso gefordert sein werden.
Wo werden die Feuerwehrleute gebraucht?
Zentrale Einsatzstellen sind die Veranstaltungsorte. Dort müssen sogenannte Brandsicherheitsdienste geleistet werden. Im Festzelt am Berliner Ring, in der Weststadthalle, im HR-Treff auf dem Beauner Platz und in der Hessentags-Arena werden jeweils mindestens drei Feuerwehrmänner stationiert sein.
Außerdem besetzen die Einsatzkräfte – zusammen mit Rettungs- und Sanitätspersonal – mehrere Unfallhilfestellen im Stadtgebiet. Diese befinden sich im Haus am Markt, in der Landesausstellung und vor der Post an der Schwanheimer Straße. Überall dort wird auch ein Löschfahrzeug stationiert, um im Notfall zügig eingreifen zu können. Einen Schwerpunkt stellt auch der Festzug dar: Für die Sicherung der bunten Parade werden 32 Feuerwehrleute benötigt. „Wir erhalten dafür Unterstützung von Feuerwehren aus dem Kreisgebiet“, so Plaschke.
Wie viele Einsatzkräfte werden für die zehn Tage benötigt?
Die Zahlen verdeutlichen, was auf die Männer und Frauen zukommt: Insgesamt müssen 83 Planstellen besetzt werden. Unterm Strich werden 542 Kräfte gebraucht, die rund 8316 Arbeitsstunden leisten müssen. „Die Werte basieren auf den Erfahrungen und Ergebnissen der anderen Hessentagsstädte“, betonte Eckhard Karn, der zusammen mit Erwin Bischof am Montag durch die Präsentation führte.
Was passiert, wenn es irgendwo im Stadtgebiet oder den Stadtteilen brennt?
Dafür gibt es den sogenannten Grundschutz. Im Stützpunkt an der Robert-Bosch-Straße wird die Einsatzbereitschaft sichergestellt. Wenn es irgendwo brennt, rücken die Männer und Frauen aus. Hilfe erhalten die Bensheimer aus den Nachbarstädten- und gemeinden. Die Heppenheimer Kollegen decken beispielsweise die Autobahn mit ab.
Auf die Weststadtteile haben die Zwingenberger ein Auge, in Schönberg und Wilmshausen könnten die Lautertaler Kameraden mit anpacken. Von 31 Feuerwehren aus dem Kreisgebiet, die angeschrieben wurden, haben 26 Bereitschaft signalisiert, beim Hessentag zu unterstützen. „Wir erstellen einen Alarmplan, in dem alles geregelt ist“, sagte Plaschke.
Sonderfall Hessentags-Arena: Was passiert dort?
„Die Hessentags-Arena im Stubenwald ist eine andere Liga. Das wird eine große Herausforderung“, kommentierten Karn und Plaschke. Eine Veranstaltungsfläche für 30 000 Besucher mit einem angeschlossenen Parkplatz für über 6000 Autos – das hat es in der Stadt noch nicht gegeben. Deshalb werden dort erfahrene Feuerwehrmänner in den verantwortlichen Positionen den Dienst versehen. Die Rechte und Pflichten der Einsatzkräfte sind generell in einem Merkblatt zusammengefasst. Sie müssen kontrollieren, ob die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden und die Veranstaltungen überwachen. Das Schreiben verdeutlicht das hohe Maß an Verantwortung, das die Helfer zu tragen haben.
Wie sehen die Arbeitszeiten während des Hessentags aus?
Mehr als zehn Stunden darf niemand arbeiten. Das bedeutet, dass an einigen Veranstaltungsorten Schichtdienst gefahren wird. So hat die Landesausstellung nur von 10 bis 19 Uhr geöffnet, auf der Festmeile geht der Betrieb aber von 10 bis 23 Uhr. Und im HR-Treff kann es deutlich nach Mitternacht werden, bis die letzten Gäste gehen.
Werden die ehrenamtlichen Feuerwehrmänner- und frauen bezahlt?
Ja. Der Stundenlohn für den Einsatz beim Hessentag beläuft sich auf 7,50 Euro. Dafür werden die meisten aber Urlaub nehmen müssen. Immerhin müssen vier volle Werktage sowie der Eröffnungsfreitag abgedeckt werden. Weil das Landesfest über Pfingsten gefeiert wird, fällt der Montag als normaler Arbeitstag weg.
Wie werden die Einsatzkräfte eingeteilt?
In den nächsten Wochen wird eine spezielle Datenbank freigeschaltet. Dort können die Brandbekämpfer sich für die einzelnen Dienste eintragen. Gibt es mehr Bewerber auf einen Dienst als benötigte Kräfte, übernimmt die Einsatzleitung die Zuteilung.
Die Erfahrungen aus den anderen Hessentagsstädten zeigen, dass es keine personellen Engstellen geben dürfte.

© Bergsträßer Anzeiger, Mittwoch, 09.10.2013